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Der christliche Glaube als reflektierte Erfahrung

Eine Studie zur Schleiermacherrezeption Gerhard Ebelings

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Jana Huisgen

Gerhard Ebelings Schleiermacherrezeption steht exemplarisch für die Wiedergewinnung der Erfahrungs- und Wirklichkeitsdimension der evangelischen Theologie nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Studie stellt Ebeling als einflussreichen Vertreter der beginnenden Schleiermacherforschung in den 50er und 60er Jahren vor. Die Religionstheorie und Gotteslehre Schleiermachers werden als Ausdruck einer Theologie des Subjekts begriffen, die das religiöse Selbstbewusstsein und dessen Ausdrucksformen zum Gegenstand hat. Die Autorin zeigt, wie Ebeling diese theologische Grundeinsicht aufnahm, um den Herausforderungen einer modernen Dogmatik gerecht zu werden. Sie weist nach, dass Ebeling der «Glaubenslehre» eine hermeneutisch-theologische Lesart zugrunde legt und präsentiert als Folge die Akzentverschiebung vom religiösen Selbstbewusstsein auf die Sprache als hermeneutische Leitkategorie der Dogmatik Ebelings.

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Einleitung

Einleitung

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Gegenstand der vorliegenden Untersuchung sind die Theologien Friedrich Schleiermachers und Gerhard Ebelings und mit ihnen zwei Entwürfe protestantischer systematischer Theologie, die zu unterschiedlichen Zeiten entstanden und jeweils auf unterschiedliche Weise Teil der Entwicklung des neuzeitlich-modernen Protestantismus sind und diesen beeinflusst haben. An der Schwelle zum 19. Jahrhundert hat Schleiermacher mit der Entwicklung einer Theologie, die auf die Herausforderungen im Verhältnis von Christentum und neuzeitlichem Denken vermittelnd reagiert, tragfähige gedankliche Konzepte entworfen, deren maßgebliche Impulse in der nachfolgenden Zeit immer wieder produktiv aufgenommen wurden.

Mit seinem theologischen Frühwerk, den Reden Über die Religion hat Schleiermacher erstmals seinen ausdrücklich subjektorientierten Zugang zur Religion verdeutlicht. Als Reaktion auf die Theologie der Aufklärung erhob Schleiermacher das „Anschauen des Universums“ zum Grundprinzip der Religion. Er definierte in der Auseinandersetzung mit dem transzendentalidealistischen Denken Kants und seiner eigenen biographischen Prägung durch den Herrnhuter Pietismus Anschauung und Gefühl als den Kern der Frömmigkeit, die jedes menschliche Wesen als angeborene Anlage in sich trägt. Im Unterschied zur Theologie der Aufklärung sprach er der Religion, die weder Metaphysik noch Moral sei, eine eigene Provinz im Gemüt zu. Dabei ging er jedoch nicht vom Gedanken einer natürlichen Religion aus, sondern stellte die Geschichtlichkeit der Religion und ihre notwendige Erscheinungsweise in den sogenannten positiven Religionen heraus, um davon ausgehend das Wesen der christlichen Religion zu beschreiben.

Neben den Reden Über die Religion ist für Schleiermachers Beitrag zur Entwicklung des modernen Protestantismus sein...

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