Zusammenfassung
Leseprobe
Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Título
- Copyright
- Sobre el autor
- Sobre el libro
- Esta edición en formato eBook puede ser citada
- Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Bildungssprache und Sprache im Fach
- „Die Zeitform verwechselt den Wort“ – Bildungssprache, Sprachbewusstsein und Sprechen über Sprache bei SchülerInnen mit DaZ
- 1 Einleitung
- 1.1 Bildungs- und Fachsprache und die Sprache im Unterricht
- 1.2 SchülerInnen mit Deutsch als Zweitsprache – Erwerb bildungssprachlicher Kompetenzen und Sprachbewusstsein
- 1.3 Erwerb bildungssprachlicher Kompetenzen – implizit oder explizit?
- 2 Untersuchungsdesign und Datengrundlage
- 3 Ergebnisse aus den mündlichen Erhebungen
- 4 Schlussbemerkungen
- 5 Literatur
- Bildungssprache und Konstruktionsgrammatik
- 1 Einleitung
- 2 Problemfelder im aktuellen Bildungssprachendiskurs
- Problemfeld 1: Bildungssprachliche Merkmale unterschiedlicher Größe erfassen
- Problemfeld 2: Beschreibung von Form und Bedeutung/Funktion als Einheit
- Problemfeld 3: Bildungssprache als Register
- 3 Bildungssprache und Konstruktionsgrammatik
- 3.1 Konstruktionsgrammatik: Theoretische Grundlagen
- (i) Konstruktionen als grundlegende Einheiten der Sprache
- (ii) Konstruktionen als einheitliches Repräsentationsformat
- (iii) ‚Konstruktikon‘ und Genre-/ Registerkonzeption
- 3.2 Eine konstruktionsgrammatische Perspektive auf Problemfelder im aktuellen Bildungssprachendiskurs
- 3.2.1 Bildungssprachliche Einheiten ganzheitlich erfassen
- (i) Substantivkomposita-Konstruktion
- (ii) sich lassen-Passivkonstruktion
- 3.2.2 Register ‚Bildungssprache‘ als Konstruktion
- 4 Fazit und Ausblick
- 5 Literatur
- Sprache im Chemie-Unterricht
- 1 Einleitung
- 2 Alltagssprache vs. Fach- und Bildungssprache als unterschiedliche Register
- 3 Funktionen von Fach- und Bildungssprache
- 4 Sprachliche Merkmale6
- 4.1 Fachwörter
- 4.2 Fachwörter in Form von Nominalisierungen
- 4.3 Fachwörter in Form von Komposita
- 4.4 Symbolsprache
- 4.5 Komplexe Attribute
- 4.6 Präpositionen
- 4.7 Trennbare Verben
- 4.8 Unpersönliche Ausdrucksweise
- 4.9 Nebensatzkonstruktionen
- 4.10 Explizite Markierung des Textzusammenhangs (Kohärenz)
- 5 Aufgaben und Operatoren im Chemie-Unterricht
- 6 Sprachsensibler Chemieunterricht15
- 7 Literatur
- Umgang mit Sprachwandel und Grammatikalisierung im Kontext eines sprachsensiblen Fachunterrichts
- 1 Problemstellung
- 2 Grammatische Strukturen im Wandel
- 3 Sprachsensibler Fachunterricht im Kontext aktueller Sprachwandelprozesse
- 4 Literatur
- Sprachlernen im authentischen Arbeitszusammenhang – theoretische Grundlagen für eine integrative Sprachförderung in der Berufsvorbereitung
- 1 Einleitung
- 2 Zur Bedeutung von Sprachförderung im Übergang Schule-Beruf
- 3 Sprachliche Variation in situativen Kontexten
- 3.1 Kommunikative Bedingungen
- 3.2 Sprachregister
- 4 Sprachbezogene Anforderungen im (vor-)beruflichen Kontext: ein Beispiel aus der Holzwerkstatt einer Produktionsschule
- 4.1 Auftragsannahme
- 4.2 Planung
- 4.3 Produktion der Holzbank und Führen des Berichtsheftes
- 4.4 Abnahme durch den Pädagogen
- 4.5 Lieferung, Verkauf
- 4.6 Dokumentation
- 4.7 Bewertung
- 5 Zusammenfassung und Ausblick
- 6 Literatur
- Implizite sprachliche Hürden im Mathematikunterricht
- 1 Einleitung
- 2 Sprachliche Anforderungen im Mathematikunterricht
- 2.1 Sprachformen im Fachunterricht
- 2.2 Sprachliche Anforderungen bei textbasierten Aufgaben
- 3 Sprachliche Hürden im Mathematikunterricht
- 3.1 Bildungssprachliche Hürden bei textbasierten Aufgaben
- 3.2 Implizite Hürden bei textbasierten Sachaufgaben
- 4 Zum Umgang mit sprachlichen Hürden im Mathematikunterricht
- 4.1 Defensive und Offensive Herangehensweisen
- 4.2 Grundzüge des sprachsensiblen Fachunterrichts
- 4.3 Bernsteins Theorie pädagogischer Codes
- 5 Fazit und Ausblick
- 6 Literatur
- Semiotik und Identität
- Zwischen Wissenschaftstheorie und kognitiver Semantik. Strukturalistische Theorieelemente und Frames als Modelle der Theorien- und Begriffsrekonstruktion
- 1 Einleitung
- 2 Der Strukturalismus: Von der Theorien- zur Begriffsrekonstruktion
- 2.1 Die Strukturalistische Theorienauffassung
- 2.2 Die strukturalistische Begriffsauffassung
- 3 Frames: Von der Begriffs- zur Theorienrekonstruktion
- 3.1 Das Frame-Modell für Begriffe
- 3.2 Das Frame-Modell für Theorien
- 4 Strukturalismus und Frames als Modelle der Theorien- und Begriffsrekonstruktion – eine Gegenüberstellung
- 4.1 Strukturalismus und Frames als Methoden der Theorienrekonstruktion
- 4.1.1 Explikationstiefe
- 4.1.2 Zugänglichkeit
- 4.1.3 Anwendungsbreite
- 4.2 Strukturalismus und Frames als Methoden der Begriffsrekonstruktion
- 4.2.1 Explikationstiefe
- 4.2.2 Zugänglichkeit
- 4.2.3 Anwendungsbreite
- 5 Literatur
- „Hast du eine Ahnung, …?“ Eine lexikografische und korpusbasierte Untersuchung am Beispiel des Lexems Ahnung
- 1 Einleitung
- 2 Methodisches Vorgehen
- 3 Analyse des Lexems Ahnung
- 3.1 Ahnung in Wörterbüchern
- 4 Ahnung … und darüber hinaus
- 5 Literatur
- Identität in Sprache und Raum
- 1 Einleitung
- 2 Raum- und sprachbezogene Identitätskonzepte
- 2.1 Das Konzept der Identität in der Geografie
- 2.2 Identität aus der Perspektive sprachbezogener Forschung
- 3 Grundlagen der Identität in Raum und Sprache
- 3.1 Grundlagen räumlicher Identität
- 3.1.1 Ortsbewusstsein als Identitätsgenerator
- 3.1.2 Die Bestandteile räumlicher Identitäten
- 3.2 Grundlagen sprachlicher Identität
- 4 Möglichkeiten der empirischen Erforschung von Identität in Raum und Sprache
- 5 Fazit
- 6 Literatur
- Migration und Mehrsprachigkeit
- Mehrsprachigkeit in der luxemburgischen Fußballberichterstattung
- 1 Einleitung
- 2 Mehrsprachigkeit in Luxemburg
- 2.1 Lexikalische Dubletten im Luxemburgischen
- 2.2 Die Erforschung der Fußballsprache
- 3 Das Untersuchungsmaterial: Das ‚Champions-League-Korpus‘
- 4 Ergebnisse der Analyse
- 4.1 Deutsche Elemente
- 4.2 Französische Elemente
- 4.3 Lexikalische Dubletten
- 4.4 Englische und luxemburgische Elemente
- 5 Zusammenfassung und Ausblick
- 6 Literatur
- Anhang
- Durch die Sprachbrille – Etische und emische Forschungsperspektiven nach der Migration
- 1 Multivalenz als Auffächerung oder Verschleierung?
- 1.1 Theorieinduzierte Vorüberlegungen
- 1.2 Daten als Reflexionsfolie
- 1.3 ‚Flüchtlingsfrau‘: Mehr als das Auge fassen kann
- 2 Das Kontinuum ‚etisch‘ und ‚emisch‘
- 3 Die Unzulänglichkeit vorhandener Bezeichnungen
- 4 Geteilte Sprache, verteilte Macht
- 4.1 Kontext der Studie
- 4.2 Tamil als mehrstaatliche, diglossische Sprache in der Diaspora
- 4.3 Was teilen wir, was teilt uns?
- 5 Familiensprache – Schulsprache – Institutionssprache – Amtssprache
- 6 Fazit: geteilte Sprache, verteilte Macht, vereiteltes Machtproblem
- 7 Literatur
- Von der Schwierigkeit der Anerkennung individueller Bildungsbiografien in der Migrationsgesellschaft
- 1 Einleitung
- 2 Forschungen zu Geflüchteten in Deutschland
- 3 Bildungsbiografien Neuzugewanderter – Einblicke in empirische Studien
- 4 Konsequenzen für die Anerkennung individueller Bildungsbiografien
- 5 Ausblick
- 6 Literatur
- Anforderungen an studienvorbereitende Programme für Geflüchtete und deren Umsetzung in die Praxis am Beispiel des intoSTUDY-Projekts der Hochschule Hannover
- 1 Einleitung
- 2 Anforderungen an effektive studienvorbereitende Programme für Geflüchtete
- 2.1 Bestehen einer anerkannten High-Stakes Sprachprüfung zur Studienzulassung
- 2.2 Akademische Integration
- 2.3 Beratung/ Empowerment/ Inklusion
- 3 Umgang mit Anforderungen im intoSTUDY-Projekt der Hochschule Hannover
- 3.1 Ursprünge und Konzeption des intoSTUDY-Projekts der Hochschule Hannover
- 3.2 Daten über die Teilnahme und den Werdegang der ProjektteilnehmerInnen
- 3.3 Umgang mit Problemen im Sinne einer Best-Practice Liste
- 4 Schlussbemerkung
- 5 Literatur
- Zurück nach Hannover. Ehemalige MigrantInnen jüdischer Herkunft erzählen
- 1 Einleitung
- 2 Reisen zurück von EmigrantInnen nach Israel
- 2.1 Erna Nira und Yair Cohn
- 2.2 Rina und Usi Biran
- 3 Zwischenbilanz
- 4 Reisen zurück von MigrantInnen nach Großbritannien
- 4.1 Ursula Beyrodt
- 4.2 Vernon Reynolds
- 4.3 Michael Brown
- 5 Ergebnisse und Vergleiche
- 6 Literatur
- Die Rolle der Schreibkompetenz im Kontext der aktuellen Zuwanderung
- 1 Einleitung
- 2 Gegenwärtige Fluchtzuwanderung
- 3 Sprachlernangebote für Zugewanderte
- 3.1 Integrationskurse
- 3.2 Berufsbezogene Deutschsprachförderung
- 4 Die Rolle der Schriftsprache
- 4.1 Schreibkompetenz
- 4.2 Einflussfaktoren des Zweitspracherwerbs und des Schreibens in der Zweitsprache
- 4.3 Schreiben in Integrationskursen
- 5 Fazit
- 6 Literatur
- Hinweise zu den AutorInnen
Im April 2019 ging Prof. Dr. Hans Bickes in seinen wohlverdienten Ruhestand. Ein kleines Team früherer MitarbeiterInnen und KollegInnen ließ es sich trotz des charmanten Sträubens von Hans Bickes nicht nehmen, ihm zu Ehren und pünktlich zu seinem 66. Geburtstag die vorliegende Festschrift herauszugeben. Einen Überblick über den Inhalt dieses Sammelbands erhielt der Jubilar bei seiner feierlichen Verabschiedung von der Leibniz Universität Hannover am 28. März 2019, als das HerausgeberInnenteam ihm ein goldgerahmtes, provisorisches Inhaltsverzeichnis überreichte. Wir freuen uns sehr, dass die Festschrift mithilfe aller Beteiligten nur ein Jahr später realisiert werden konnte – und das Inhaltsverzeichnis mit wenigen Änderungen erhalten blieb.
Zunächst zum Protagonisten selbst: Hans Bickes studierte Philosophie, Germanistik, Sport und Psychologie an der Universität Heidelberg, wo er – gefördert durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes – in Germanistischer Linguistik auch promoviert wurde. Im Anschluss war er Mitarbeiter in sprachpsychologischen Forschungsprojekten in Heidelberg. Als Lektor des DAAD lehrte und forschte er von 1985 bis 1988 an der Aristoteles-Universität in Thessaloniki, Griechenland. Zurück in Deutschland übernahm Hans Bickes die geschäftsführende Leitung der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden. 1993 folgte er dem Ruf auf die Professur für Sprach- und Kommunikationswissenschaften an die FH Darmstadt. Schließlich nahm er 1996 den Ruf auf die Professur für Linguistik/Deutsch als Fremdsprache an der Leibniz Universität Hannover an. In seiner Zeit an der Leibniz Universität Hannover engagierte sich Hans Bickes in vielfältiger Weise: Er übernahm verschiedene Funktionsämter, zum Beispiel als Dekan (2001–2003) und Prodekan (2003–2004) des Fachbereichs Sprach- und Literaturwissenschaften sowie als Mitglied des Fakultätsrates der Philosophischen Fakultät. Insbesondere mit der Übernahme des Amtes der Ombudsperson für Studium und Lehre der Leibniz Universität Hannover in 2014 engagierte sich Hans Bickes bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand in außerordentlicher Art und Weise und mit unermüdlichem Einsatz für die Belange von Studierenden.
Inhaltlich sind seine Hauptarbeitsgebiete Sprache und Kognition, Semantik, Mehrsprachigkeitsforschung, Spracherwerbsforschung, Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, Deutsch als Bildungssprache und Kritische Diskursanalyse. Das berufliche Schaffen von Hans Bickes war dabei stets geprägt von wertschätzender Zusammenarbeit. Viele Projekte und Kooperationen könnten an dieser Stelle erwähnt werden – exemplarisch sei ein deutsch-griechisches Kooperationsprojekt genannt, das mit Methoden der Kritischen Diskursanalyse die deutsche und griechische Medienberichterstattung zur Finanzkrise in Griechenland analysiert hat. In den letzten Jahren standen Arbeiten rund um das Thema Bildungssprache und sprachsensibler Fachunterricht im Vordergrund seiner Forschungstätigkeit. Durch sein unentwegtes Engagement spielen diese Themen für die Reformierung der LehrerInnenbildung an der Leibniz Universität Hannover mittlerweile eine wichtige Rolle.
Mit dieser Festschrift möchten wir, die HerausgeberInnen, uns bei Hans Bickes bedanken – für die jahrelange durch und durch angenehme Zusammenarbeit, den inspirierenden Austausch und die Unterstützung in jeglicher Hinsicht. Insgesamt 19 AutorInnen haben Beiträge für Hans Bickes verfasst, die einige der genannten Forschungsschwerpunkte widerspiegeln. Die Beiträge, die nachfolgend in einem kurzen Abriss vorgestellt werden, sind in dem vorliegenden Sammelband in drei Themenblöcke unterteilt: Bildungssprache und Sprache im Fach, Semiotik und Identität und Migration und Mehrsprachigkeit. Der persönliche Bezug der VerfasserInnen zum Jubilar findet sich am Ende des Buches in den Hinweisen zu den AutorInnen.
Die Beiträge des ersten Themenblocks Bildungssprache und Sprache im Fach widmen sich den besonderen sprachlichen Anforderungen in Bildungseinrichtungen, der theoretischen Modellierung dieses sprachlichen Registers sowie Fragen nach der Förderung von spezifischen sprachlichen Kompetenzen.
Der erste Beitrag dieses Themenblocks stammt von Tabea Becker, Celina Diroll und Tina Otten. In „Die Zeitform verwechselt den Wort“ – Bildungssprache, Sprachbewusstsein und Sprechen über Sprache bei SchülerInnen mit DaZ analysieren die Autorinnen, wie sich SchülerInnen mit Deutsch als Zweitsprache über grammatische Phänomene äußern (können). Hierfür wurden schriftliche und mündliche Daten von über 350 SchülerInnen aus verschiedenen Schulformen und -stufen untersucht. Die analysierten Daten liefern Hinweise darauf, dass der Schule bei der Entwicklung von Bildungssprache im Hinblick auf das „Sprechen über Sprache“ eine entscheidende Rolle zukommt.
In dem Beitrag Bildungssprache und Konstruktionsgrammatik arbeiten Janina Behr und Kristin Tschernig drei zentrale Probleme im aktuellen Forschungsdiskurs um Bildungssprache heraus und unterbreiten einen Vorschlag, wie sich diese durch die Adaption eines gebrauchsbasierten konstruktionsgrammatischen Rahmens lösen lassen.
Christine Bickes geht in ihrem Beitrag Sprache im Chemie-Unterricht auf sprachliche Hürden für SchülerInnen im Chemie-Unterricht ein und illustriert die Komplexität von sprachlichen Anforderungen. Hierfür führt sie einige typische sprachliche Merkmale auf, die SchülerInnen den Erwerb der fachlichen Kompetenzen erschweren können. Sie plädiert schließlich für einen sprachsensiblen Fachunterricht und zeigt Strategien hierfür auf.
Einer Reihe von aktuellen grammatischen Wandlungsprozessen widmet sich Anne Jäger in ihrem Beitrag Umgang mit Sprachwandel und Grammatikalisierung im Kontext eines sprachsensiblen Fachunterrichts. Die Autorin beschreibt eingehend exemplarische Prozesse und spricht sich dafür aus, grammatische Themen und Phänomene des Sprachwandels im Fachunterricht weniger zu scheuen, als vielmehr als „Anlass zum Austausch und zum gemeinsamen Lernen“ zu verstehen.
Welchen sprachlichen Anforderungen Jugendliche und junge Erwachsene in vollständigen Arbeitsprozessen in der Berufsvorbereitung begegnen, analysiert Ariane Steuber. In ihrem Beitrag Sprachlernen im authentischen Arbeitszusammenhang – theoretische Grundlagen für eine integrative Sprachförderung in der Berufsvorbereitung leitet sie aus dieser Analyse Perspektiven für eine ressourcenorientierte integrierte Sprachförderung ab.
Einblicke in den Forschungsdiskurs der Mathematikdidaktik gibt My Hanh Vo Thi. In dem Beitrag Implizite sprachliche Hürden im Mathematikunterricht plädiert sie für eine stärkere Integration von fachspezifischen Forschungsergebnissen in bestehende allgemeine Sprachförderkonzepte und stellt zwei Konzepte vor, die in Bezug auf Mathematikaufgaben in Textform unterschiedliche sprachliche Hürden und Ansätze zu deren Bewältigung problematisieren.
Der zweite Themenblock der Festschrift Semiotik und Identität beschäftigt sich mit Themen der lexikalischen Zeichenanalyse, der Begriffs- und Theorienrekonstruktion sowie mit dem Zusammenhang von Zeichentheorie mit sprachlicher und räumlicher Identität.
In dem Beitrag Zwischen Wissenschaftstheorie und kognitiver Semantik. Strukturalistische Theorieelemente und Frames als Modelle der Theorien- und Begriffsrekonstruktion untersucht Stephan Kornmesser das Verhältnis des aus der Wissenschaftstheorie stammenden Modells des Strukturalismus und des aus der Kognitionswissenschaft stammenden Frame-Modells. Beide Modelle werden zur Rekonstruktion und Analyse sowohl von Begriffen (verstanden als Bedeutungen von Lexemen) und wissenschaftlichen Theorien verwendet. In dem Beitrag gilt es, den Strukturalismus und das Frame-Modell einander gegenüberzustellen und bezüglich ihrer jeweiligen Vor- und Nachteile zu vergleichen.
Christine Möhrs widmet sich in ihrem Beitrag „Hast du eine Ahnung, …?“ Eine lexikografische und korpusbasierte Untersuchung am Beispiel des Lexems Ahnung einer Analyse der Bedeutung bzw. Funktion des Lexems Ahnung. Dabei wird sowohl eine lexikografische Perspektive eingenommen, indem Wörterbucheinträge zu dem Lexem Ahnung untersucht werden, als auch eine korpuslinguistische Perspektive, aus welcher authentische Verwendungen dieses Lexems in gesprochenem sowie in geschriebenem Deutsch betrachtet werden.
Der Beitrag Identität in Sprache und Raum von Marijana Kresić Vukosav und Branimir Vukosav beschäftigt sich aus linguistischer und geografischer Perspektive mit der identitätskonstituierenden Funktion von Sprache und Raum. In Abgrenzung zu postmodernen Konzeptualisierungen von Identität wird auf der Grundlage empirischer Untersuchungen und theoretischer Analysen die These vertreten, dass Identität nicht völlig frei und flexibel konstruierbar ist, sondern sich durch räumliche, soziale und sprachliche Zugehörigkeiten konstituiert.
Im dritten Themenblock Migration und Mehrsprachigkeit werden vielfältige Aspekte von Mehrsprachigkeit thematisiert – mit einem Schwerpunkt auf unterschiedlichen Dimensionen von Zuwanderung und Migration.
Der erste Beitrag dieses Themenblocks, Mehrsprachigkeit in der luxemburgischen Fußballberichterstattung, widmet sich einer beliebten Fachsprache – der des Fußballs. Anhand einer empirischen Untersuchung kommentierter Champions-League-Spiele im luxemburgischen Fernsehen verdeutlicht François Conrad die sprachkontaktbedingte Mehrsprachigkeit in der luxemburgischen Fußballsprache.
In ihrem Beitrag Durch die Sprachbrille – Etische und emische Forschungsperspektiven nach der Migration stellt Radhika Natarajan Überlegungen dazu an, welche Perspektiven verschiedene methodologische Ansätze aus der Zweitsprachenerwerbsforschung in Bezug auf die sprachliche Welt und Vielfalt eröffnen, aber auch versperren können. Dabei nimmt sie spezifische Bezeichnungen und Begriffe in den Blick und prüft kritisch, welche Rolle diese hinsichtlich eines erkenntnistheoretischen Anliegens einnehmen.
Von der Schwierigkeit der Anerkennung individueller Bildungsbiografien in der Migrationsgesellschaft berichtet Isabel Sievers, indem sie an exemplarischen Biografien die Herausforderungen aufzeigt, die der Weg von Geflüchteten in das Bildungssystem, den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft beinhaltet. Dabei thematisiert sie insbesondere die Frage, welche Erkenntnisse aus bisher durchgeführten Studien zur Anerkennung individueller Bildungsbiografien gewonnen werden können und setzt sich kritisch mit bestehenden Vorstellungen von Bildungsverläufen auseinander.
Alexander Steinhof beschreibt die Anforderungen an studienvorbereitende Programme für Geflüchtete und deren Umsetzung in die Praxis am Beispiel des intoSTUDY-Projekts der Hochschule Hannover. Dabei wird keine theoretische Perspektive eingenommen, sondern es werden anhand eines Beispielprogramms praktische Anregungen aus mehreren Jahren Erfahrungen gegeben, wie Geflüchtete perspektiven-, ziel- und motivationsorientiert gefördert werden können.
In Zurück nach Hannover. Ehemalige MigrantInnen jüdischer Herkunft erzählen analysiert Eva-Maria Thüne auf der Basis von narrativen Interviews, wie ehemalige MigrantInnen jüdischer Herkunft Hannover wahrnehmen, wenn sie nach der Shoah zurückkehren. Sie stellt Gemeinsamkeiten und durch individuelle Variablen bedingte Unterschiede zwischen den Erfahrungen und Eindrücken der ehemaligen MigrantInnen heraus.
Ketevan Zhorzholiani erörtert in ihrem Beitrag Die Rolle der Schreibkompetenz im Kontext der aktuellen Zuwanderung, wie Schreibfertigkeiten in der aktuellen Konzeption von staatlich organisierten Sprachlernangeboten für erwachsene Geflüchtete gefördert werden. Aus ihrer Analyse des Ist-Stands leitet sie Empfehlungen für eine Neuausrichtung der Kurskonzeption ab.
Zum Abschluss wollen wir uns erneut bedanken: Bei allen AutorInnen, die an der Entstehung dieser Festschrift mitgewirkt haben, dem Deutschen Seminar der Leibniz Universität Hannover für die Übernahme der Druckkosten und dem Peter Lang Verlag für die unkomplizierte und freundliche Zusammenarbeit.
Und schließlich: Lieber Hans, im Namen aller Beteiligten wünschen wir Dir für die neue Lebensphase Zeit und Freiheit für die Dir jetzt wichtigen Themen, inspirierende Erlebnisse und Begegnungen, Gesundheit, Muße und nicht zuletzt eine bequeme Sitzgelegenheit zur entspannten Lektüre dieses Dir gewidmeten Buchs.
Details
- Seiten
- 374
- Erscheinungsjahr
- 2020
- ISBN (Hardcover)
- 9783631797594
- ISBN (PDF)
- 9783631815502
- ISBN (ePUB)
- 9783631815519
- ISBN (MOBI)
- 9783631815526
- DOI
- 10.3726/b16845
- Sprache
- Deutsch
- Erscheinungsdatum
- 2020 (April)
- Schlagworte
- Bildungssprache Fachsprache DaF/DaZ Identität Semiotik Mehrsprachigkeit Migration
- Erschienen
- Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2020. 374 S., 35 s/w Abb., 23 Tab.
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