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Schlusslogische Letztbegründung

Festschrift für Kurt Walter Zeidler zum 65. Geburtstag

Edited By Lois Marie Rendl and Robert König

Die «Schlusslogische Letztbegründung» sucht Antwort auf die Frage: Wie ist Philosophie als Wissenschaft möglich? Sie führt damit das Projekt einer ontologisch relevanten Logik fort, das seit der Antike im Zentrum der Geschichte des Idealismus und der Transzendentalphilosophie steht.

Kurt Walter Zeidler liefert mit seinem Werk nicht nur eine eindringliche Aufarbeitung dieser Geschichte, sondern bemüht sich zugleich um deren systematische Weiterentwicklung. Fern den Moden seiner Zeit steht sein Denken in einer Tradition der Philosophie, die sich nicht Konjunkturen beugt und in Relativitäten verliert, sondern als Erkenntnis des lebendigen und logisch erschließbaren Absoluten begreift.

Lehrer, Wegbegleiter und Schüler setzen sich in dieser Festschrift mit Zeidlers Arbeiten auseinander.

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Der Kreislauf wissenschaftlicher Erkenntnis. Sein Ursprung und seine Weiterentwicklung in der Wissenschaftsgeschichte (Erhard Oeser (Wien))

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Erhard Oeser (Wien)

Der Kreislauf wissenschaftlicher Erkenntnis

Sein Ursprung und seine Weiterentwicklung in der Wissenschaftsgeschichte

Der Ursprung des Kreislaufmodells der wissenschaftlichen Erkenntnis liegt bei Aristoteles, der in seinem Organon nicht nur die Formale Logik sondern auch die Erkenntnistheorie berücksichtigt und beide in seiner Methodenlehre als Induktion und Deduktion miteinander verbindet. Exemplarischer Hintergrund seiner Methodenanalyse ist die Naturwissenschaft, die ja bei ihm nicht von der Philosophie zu trennen ist – eine Auffassung die nicht nur von Galilei mit ausdrücklichem Hinweis auf Aristoteles geteilt wird, sondern unabhängig von diesem aristotelischen Ursprung auch bei Kant durch die Verbindung seiner methodologischen Grundbegriffe „apriori“ und „aposteriori“ festzustellen ist, die auf bestimmten Erkenntniskräften wie sinnliche Anschauung, Verstand und Vernunft beruhen. Diese wiederum bilden nicht nur eine hierarchische Anordnung als eine statische Struktur, sondern stehen vielmehr in einem dynamischen Funktionszusammenhang, in dem sie in dichter Reihenfolge aneinander anschließen und auf diese Weise ein topologisches System mit zirkulärem Charakter bilden.



Abb. 1: Der Funktionszusammenhang der Erkenntniskräfte nach Kant1

Diese funktionelle Einheit aller Erkenntnisvermögen ist genau das, was für Kant das erkenntnistheoretische Subjekt oder das Selbstbewusstsein heißt. Es bildet die apriorische Bedingung der Möglichkeit der Erfahrung, tritt aber selbst erst im Prozess der Erfahrung in Erscheinung. Im Gegensatz zur üblichen Kantinterpretation lässt sich in einer anschaulichen Rekonstruktion der pragmatisch-erkenntnisanthropologischen Überlegungen Kants zeigen, dass er mit seinem System des synthetischen Apriori nicht nur eine Topologie des wahren...

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