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Frau sein - Mann sein

Geschlechterrollen im östlichen Europa

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Edited By Michael Düring

Der Sammelband enthält Beiträge einer interdisziplinären Ringvorlesung des Zentrums für Osteuropa-Studien an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, in denen aus fachlich sehr verschiedenen Perspektiven Geschlechterrollen im östlichen Europa in den Blick genommen werden. Das Spektrum reicht von rechtswissenschaftlichen, theologischen, historischen bis hin zu literaturwissenschaftlichen und linguistischen Ansätzen. Anhand derer wird das komplexe Verhältnis der Geschlechter im östlichen Europa in unterschiedlichen Epochen im ost-, west- und südslavischen Raum thematisiert.

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Gleichberechtigung unter Vorbehalt. Männer und Frauen bei Stiftung und Totengedenken in Altrussland (Ludwig Steindorff)

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Ludwig Steindorff (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)

Abstract: In the world of the rich Muscovite sources of donations and the liturgical commemoration of the dead, women are mentioned as comprehensively as men. I shall illustrate this with a detailed case study, referring to the donor Mariia Eropkina, née El’chanina. This case corresponds, notwithstanding some particularities, to a pattern, which we encounter time and again in similar form. Apparently, premodernism shares a common ground in Europe that transcends church boundaries: The worlds of men and women were not strictly separated, but male dominance was undisputed.1

Es ist wohlbekannt, dass die europäische Vormoderne von einer patriarchalischen Gesellschaftsordnung geprägt war und dass viele Spuren davon bis heute erhalten sind. Wir können die Wirkungsmacht des Patriarchats anhand von Quellen verschiedenster Art nachweisen und nachzeichnen. Und wir erkennen diese Wirkungsmacht darüber hinaus nicht nur an dem, was wir über die Vormoderne wissen, sondern auch an dem, was uns unbekannt bleibt, worüber wir nichts oder nur wenig erfahren. Frauen sind in den erhaltenen Quellen der Vormoderne viel weniger präsent, sei es in erzählenden Quellen,2 sei es in Überrestquellen, vor allem Urkunden. Ihre ←61 | 62→Rolle war weniger schriftwürdig, das Interesse an ihnen als Akteurinnen geringer. In Beichtspiegeln sind Frauen zwar als Adressaten und Gegenstand von Fragen relativ stark vertreten, doch hier dann eher in negativer Konnotation. Infolge der geringeren und späteren Alphabetisierung ist die Zahl an von Frauen verfassten Ego-Dokumenten geringer als...

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