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Kulturökologie und ökologische Kulturen in der Großregion / Écologie culturelle et cultures écologiques dans la Grande Région

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Edited By Sébastian Thiltges and Christiane Solte-Gresser

Menschengemachter Klimawandel, urbane und rurale Lebenswelten, lokale und globale Umweltbewegungen: Bei all diesen Themen und Debatten geht es um die Beziehungen zwischen Natur und Kultur. Angesichts der Dominanz ökologischer Fragen in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik stellt dieses Buch dezidiert kulturelle Umwelt-Diskurse in den Mittelpunkt: Wie lassen sich die rasanten, bislang kaum vorstellbaren ökologischen Veränderungen erfassen, erzählen und imaginieren? Am Beispiel des grenzüberschreitenden Raumes der europäischen Großregion (Lothringen, Luxemburg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Wallonien) regen die Environmental Humanities mit ihrer transdisziplinären Perspektive dazu an, die vielfältigen Interaktionen zwischen Menschen und Nicht-Menschen in einem gemeinsamen ökokulturellen Raum neu zu denken.

Origine anthropique du changement climatique, clivage entre milieux urbains et ruraux, activisme environnemental local et global : tous ces enjeux et débats mettent en avant le rapport entre nature et culture. Si science, économie et politique accaparent la question, le présent volume tente d’appréhender la pluralité des discours culturels sur l’écologie : comment rendre sensibles, comment raconter et imaginer des transformations autrement incommensurables ? En concentrant le projet transdisciplinaire des humanités environnementales sur l’espace transfrontalier de la Grande Région (Lorraine, Luxembourg, Rhénanie-Palatinat, Sarre, Wallonie), le présent volume invite à repenser les multiples interactions entre humains et non-humains dans un espace écoculturel partagé.

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Die soziale Konstruktion von Landschaft – kulturelle und soziale Differenzierungen: (Olaf Kühne)

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Olaf Kühne

Abstract: If landscape is understood not as an objectively given fact, but as the result of social construction processes, research will focus on questions of how individual preferences and social patterns of interpretation and evaluation relate to one another. These patterns are strongly influenced by culture. Correspondingly, there are very different patterns worldwide to what is called ‘landscape’ in the German-speaking world.

Key words: landscape, constructivism, social constructivism, cultural differentiation, space.

Wie kaum ein anderer Begriff bindet ‚Landschaft‘ Sehnsüchte und Projektionen von ‚Natur‘ (zumindest in deren sparsam gebändigter Form), aber auch Verlustängste von einer ‚gewohnten Umgebung‘. In landschaftlichen Bezugnahmen zu Räumen werden materielle Objekte mit ästhetischen Modi der Zusammenschau konfrontiert, sie werden politischen Regularien unterworfen, ökonomisch bewertet, dienen sozialgemeinschaftlich der Erholung und Erbauung und erhalten bisweilen eine kulturell nahezu sakrale Zuschreibung als ‚historisch gewachsene Kulturlandschaft‘. Gilt es, das – durchaus innerhalb und zwischen Gesellschaften differenzierte – Verhältnis von Menschen und ihren Umgebungen zu untersuchen, präsentiert sich ‚Landschaft‘ als ein Gewinn versprechender Gegenstand der Forschungen.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich in der sozial- und kulturwissenschaftlichen Landschaftsforschung zunehmend die Auffassung verbreitet, Landschaft nicht (wie in der naturwissenschaftlichen Landschaftsforschung bis heute üblich) als objektiv vorhandenen Gegenstand (positivistisches Verständnis) oder als Ausdruck einer ihr zugrunde liegenden ‚Wesenheit‘ (wie in einem essentialistischen Zugang) zu verstehen, sondern als soziale Konstruktion.1 Erste Ansätze ←71 | 72→eines solchen Zugriffs reichen in der englischen Landschaftsforschung in die 1950er Jahre zurück2,...

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