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Neue Lesarten ausgesuchter Texte der Kinder- und Jugendliteratur

Literaturwissenschaftliche Erkundungen von der Biene Maja bis hin zu Tschick

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Edited By Anke Christensen and Olaf Koch

Dieser Sammelband widmet sich neuen Lesarten der Kinder- und Jugendliteratur. Dabei werden zum einen Werke der Weltliteratur behandelt, die als klassisch zu bezeichnen sind und unter neuen Fragestellungen betrachtet werden. Andere Aufsätze sollen wiederum als Baustein dienen, ein Forschungsdesiderat zu schließen. Beispielsweise erweist sich Kinder- und Jugendliteraturforschung überwiegend als Prosaforschung, so dass eine Betrachtung des Dramas „Ehrensache" einen Beitrag dazu leistet, auch Jugenddramatik als Forschungsgegenstand zu etablieren. Das kinderliterarische Werk Almut Hoppes ist bislang kaum beforscht. Ebenso haben die Kinderbücher um den „kleinen Nick" oder Andreas Steinhöfels „Es ist ein Elch entsprungen" bisher kaum Beachtung in der Kinder- und Jugendliteraturforschung gefunden.

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Die Stadt war so groß. Und Emil so klein. Erich Kästners Kinderroman Emil und die Detektive (1929)

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IEinleitung

Erich Kästner ist nicht gerade das, was man einen verkannten oder erfolglosen Autor nennt; aber Emil und die Detektive ist selbst für den erfolgsgewohnten Kästner immer etwas Besonderes geblieben, so etwas wie eine Erfolgssonderklasse, gefolgt von seinen anderen Kinderbüchern, weit abgeschlagen dann erst das erste Erwachsenenbuch – von der Auflage her –, der humoristische Roman Drei Männer im Schnee (1935). Über Emil und die Detektive ließe sich mühelos eine ganze Monographie zur Rezeptionsgeschichte schreiben – in Großbritannien entsteht gerade die neunte Emil-Kinofassung; in der NS-Diktatur durfte die erste Verfilmung von 1931 noch bis 1937 gezeigt werden, obwohl Kästners Bücher verbotene und verbrannte Literatur waren, „alles außer Emil“. Und es gibt noch weit ungewöhnlichere Formen der Rezeption als diese beiden Beispiele, auf die ich noch zurückkomme. Im Folgenden soll der Roman (2.) wie die erste Verfilmung (3.) kurz in Erinnerung gerufen und die Frage gestellt werden, was die Übertragbarkeit, die Haltbarkeit dieses Kinderromans, seinen Klassiker-Status eben, bis heute ausmacht; ich will ein paar Teilantworten darauf geben (4.) und abschließend einen Blick auf einige der Rezeptionszeugnisse werfen, seien sie direkter (5.) oder eher biographischer Art (6.); sie müssen sich stets die Frage gefallen lassen, ob sie das Wesentliche, den Kern auch in ihre Zeit und in ihr jeweiliges Medium hinüberretten können.

IIDer Roman

Kurz zur Entstehung des Romans: Angeblich hatte die Verlegerin Edith Jacobsohn Kästner auf einem Autorentreffen...

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