Show Less
Restricted access

Neue Lesarten ausgesuchter Texte der Kinder- und Jugendliteratur

Literaturwissenschaftliche Erkundungen von der Biene Maja bis hin zu Tschick

Series:

Edited By Anke Christensen and Olaf Koch

Dieser Sammelband widmet sich neuen Lesarten der Kinder- und Jugendliteratur. Dabei werden zum einen Werke der Weltliteratur behandelt, die als klassisch zu bezeichnen sind und unter neuen Fragestellungen betrachtet werden. Andere Aufsätze sollen wiederum als Baustein dienen, ein Forschungsdesiderat zu schließen. Beispielsweise erweist sich Kinder- und Jugendliteraturforschung überwiegend als Prosaforschung, so dass eine Betrachtung des Dramas „Ehrensache" einen Beitrag dazu leistet, auch Jugenddramatik als Forschungsgegenstand zu etablieren. Das kinderliterarische Werk Almut Hoppes ist bislang kaum beforscht. Ebenso haben die Kinderbücher um den „kleinen Nick" oder Andreas Steinhöfels „Es ist ein Elch entsprungen" bisher kaum Beachtung in der Kinder- und Jugendliteraturforschung gefunden.

Show Summary Details
Restricted access

„Ich schreibe keine Schema-F-Texte.“1 Die Kinder- und Jugendbuchautorin Tamara Bach

Extract



Man könnte sagen, die Autorin Tamara Bach hat es mit der Schule, oder noch genauer, sie hat es mit den letzten und den ersten Schultagen, und dann könnte man auch genauso gut denken, Tamara Bach hat es mit den Ferien. Tatsächlich beginnen fast alle ihrer mittlerweile acht Romane an Tagen, die einen Einschnitt im Schulalltag und damit oft genug auch im Lebenslauf ihrer zumeist weiblichen Hauptfiguren bilden: Da ist Rike, die nach ihrem gerade so bestandenen Abitur – „Sissi: Alles, was du brauchst, ist noch ein Punkt in der Mündlichen. Ich: Das kann ich schaffen, oder?“2 – in Busfahrt mit Kuhn erst mal nur weg und die Schule vergessen will, oder Ben aus Mausmeer, der kurz vor dem Abi steht, aber schon lange von der Schule die Nase voll hat – „Ich hab überlegt, wann ich das letzte Mal etwas gelernt habe, weil ich es lernen wollte.“3 – und nur noch wartet, bis er 18 wird und sich dann sofort von der Schule abmeldet. So weit sind die Jüngeren in den anderen Romanen noch nicht, aber auch für sie alle ist Schule mehr Pflicht als Freude und der Trott regiert, wie die Leserinnen gleich am ersten Schultag von Beatrice Emilia Hofmann, genannt Beh, erfahren. „Deutsch“4 heißt eines der ersten, kurzen Kapitel im Roman Vierzehn und beginnt in der dritten Stunde schon so: „Wie alles zurücktrabt. Wie alles wieder ←163 | 164→beim Alten ist, die gleiche Routine. So geht das jetzt die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.