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Isḥāq Armale: Die Schlimmsten aller Katastrophen für die Christen

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Edited By Amill Gorgis and Dorothea Weltecke

Dieser Band ist die erste deutsche Übersetzung von Isḥāq Armales Buch über den Völkermord im Osmanischen Reich. Der syrisch-katholische Chorepiskopos Isḥāq Armalesbeschreibt in der bereits 1919 veröffentlichten Originalausgabe ausführlich das grausame Schicksal, das die Christen in den Städten Mardin, Diyarbakır, ar-Ruhā (Edessa, Urfa, Urhāy), Aleppo, Sindschar, Cizre, Siirt, Kfarbōrān, Tur ‘Abdin sowie in den Dörfern in dieser Umgebung ereilte. Der Autor berichtet über die Unterdrückung der Menschen und berichtet über Entführungen, Vertreibungen, und Massakern, die sich im Jahre 1895 und in den Jahren 1914 bis 1919 zugetragen haben. Die Übersetzung ist ein wichtiges Zeugnis in der Erinnerung an die Menschen, die dem Völkermord zum Opfer fielen.

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Die Übersetzung dieses arabischen Augenzeugenberichtes vom syrisch-katholischen Chorepiskopos Ishaq Armale (1879–1952) ist den Beteiligten aus vielen Gründen nicht leichtgefallen. Der Bericht dokumentiert im Detail; er macht das Sterben und Leiden konkret. Hätten sich jedoch nicht einige der Überlebenden der furchtbaren Mühe unterzogen zu dokumentieren, zu zählen, Orte zu nennen, zu beschreiben, wäre noch weniger über dieses maßlose Verbrechen, den Völkermord an den Christen in der spätosmanischen Türkei, bekannt. Einen solchen Text zu übersetzen bedeutet für jeden eine Belastung, besonders jedoch für diejenigen, die von den Folgen der „schlimmsten aller Katastrophen für die Christen“ in ihren eigenen Familien und ihrer Kultur betroffen sind.

Neben vielen anderen Werken ist die nun vorliegende bereits die dritte Übersetzung eines Berichts zum Völkermord, die in der Zusammenarbeit von Georges Toro und Amill Gorgis publiziert werden kann.1 Damit gebührt ihnen wissenschaftliches Verdienst, und der Chronik ist eine intensive Rezeption durch Spezialisten für die Geschichte des 20. Jahrhunderts zu wünschen.

Doch dieses leidenschaftliche Buch eines zutiefst erschütterten Mannes geht nicht nur Wissenschaftler etwas an. Seit Jahren halten die beiden Gelehrten Georges Toro und Amill Gorgis die Erinnerung an diese Ereignisse wach. Sie übersetzen die sprachlich anspruchsvollen Zeugnisse aus dem Syrischen und Arabischen in die Sprache des Landes, in dem sie studiert haben, in dem es aber bisher zu wenig Interesse an den Ereignissen gibt, von denen es auch betroffen ist.

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