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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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Homeros (8. Jahrhundert v.Chr.)

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Das zweite, im griechischen Original das erste Wort der „Ilias“, noch vor der Anrede an die Musengöttin, bezeichnet das Thema des ältesten Epos der europäischen Literatur.

Den Zorn singe, Göttin, des Peleus-Sohns Achilleus,

Den verderblichen, der zehntausend Schmerzen über die Achaier brachte

Und viele kraftvolle Seelen dem Hades vorwarf

Von Helden, sie selbst aber zur Beute schuf den Hunden

Und den Vögeln zum Mahl, und es erfüllte sich des Zeus Ratschluß –

Von da beginnend, wo sich zuerst im Streit entzweiten

Der Atreus-Sohn, der Herr der Männer, und der göttliche Achilleus.

(Übers. Wolfgang Schadewaldt)

Die „Ilias“ handelt nicht vom ganzen trojanischen Krieg, den die Griechen nach dem Raub der spartanischen Königin Helena gegen die „heilige Ilios“ geführt haben. Das Epos bezieht sich vielmehr nur auf einen kleinen Ausschnitt, der aus den letzten der zehn Kriegsjahre lediglich 51 Tage umfaßt. Im engeren Sinne erzählt wird tatsächlich sogar nur über fünfzehn Tage und fünf Nächte. Das Ganze ist komponiert nach einem strengen, im ersten Gesang entwickelten Handlungsplan, der „in einem durchaus tragischen Sinn durchgeführt“ wird: „Der Tod erscheint in tausend Gesichtern: entsetzliche Verwundungen, furchtbare Verstümmelungen, die ganze Fülle des Sterbens und Untergehens in hartem Realismus in den Gesängen, die die wechselvollen Schlachten mit Vordringen und Rückschlägen beschreiben. Das steigt auf von unzähligen Toden...

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