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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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Nationaltheater

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‘. Im umfassenden Sinne verstand man im 18. Jahrhundert unter Nationaltheater ein stehendes, öffentlich gefördertes, jedoch von Hof und Zensur unabhängiges, literarischen Ansprüchen genügendes Theater, dessen Sujets und Charaktere nationales (bürgerliches) Selbstverständnis und nationale Sitten spiegeln und dessen Stücke nicht Übersetzungen, sondern deutschsprachige Originale sein sollten. Bei den Versuchen zur Verwirklichung der Idee eines Nationaltheaters kamen freilich immer nur einzelne der genannten Aspekte in unterschiedlicher Mischung zum Tragen. Schlegel war mit seinen „Gedanken zur Aufnahme des dänischen Theaters“ (1747) in Kopenhagen erfolgreich, wo Ludvig Holberg 1748 mit der Förderung durch König Frederik V. ein Nationaltheater begründete. Davon angeregt, propagierten u.a. Christian Fürchtegott Gellert und Johann Georg Sulzer das Nationaltheater im deutschsprachigen Raum. Schiller formulierte die mit dem Nationaltheater verbundene Absicht 1784 so: „Wenn wir es erleben, eine Nationalbühne zu haben, so würden wir auch zur Nation.“

1767 eröffnete – mit finanzieller Unterstützung von Bürgern – Johann Friedrich Löwen zusammen mit dem Schauspieler Konrad Ekhof und mit Lessing im Hamburger Theater am Gänsemarkt ein Nationaltheater. Aus der Zusammenarbeit ging Lessings „Hamburgische Dramaturgie“ (Hamburg / Bremen 1767–69) hervor. Das Unternehmen blieb – u.a. von kirchlicher Seite angegriffen – erfolglos, ging als Wandertheater nach Hannover und wurde dort 1769 aufgelöst. Es scheiterte aus Mangel an deutschen Originalschauspielen, geeigneten Schauspielern und aus mangelndem Interesse des Publikums an einem anspruchsvollen literarischen Theater. Die intellektuelle Elite des Bürgertums kämpfte für bürgerliche Ideen ohne die...

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