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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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„Arabella oder der Fiakerball“

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– so lautete der Titel der im Entstehen begriffenen neuen Oper in den Briefen, die Hofmannsthal und Strauss in den Monaten November /Dezember 1927 wechselten. Die Formulierung begegnet bereits auf einem Konvolutdeckel, in dem der Dichter zahlreiche Einfälle versammelte. Die Arbeit an der ersten Fassung des ersten Akts begleitete, wie üblich in der Zusammenarbeit beider Künstler, ein langes Briefgespräch, in dem die wichtigen Motive erörtert, auch manch bizarrer Einfall verworfen wurde, so etwa der Gedanke, Mandryka Züge des Ochs von Lerchenau aus dem „Rosenkavalier“ einzuzeichnen, da sich beide Künstler die neue Oper lange als einen zweiten „Rosenkavalier“ dachten.

Seit dem 17. Dezember arbeitete Hofmannsthal zügig an der Niederschrift der ersten Fassung, die er am 23. Dezember abschloß. In einem Brief vom 25. Dezember resümiert Hofmannsthal noch einmal, welche Motive und Einfälle zur Konzeption der „Arabella“ zusammenkommen mußten, hebt hervor, daß das Hauptmotiv aus der „ungeschriebenen Komödie“ „Lucidor“ – das Rendezvous der jüngeren Schwester mit dem Liebhaber der älteren – nunmehr vor allem die Funktion eines „Spannungsmotivs“ über die Akte hinweg erhalten habe, und beschreibt das gute Gefühl in den letzten zehn Tagen, in denen er „den ersten Akt organisierte, aufs genaueste, der viel Bewegung enthält, Lustiges und Sentimentales […] und der wirklich exponiert, d.h. auf Kommendes hinspannt, alle Figuren zeigt, und mir der beste erste Akt erscheint, den ich je gemacht habe.“1

Ende 1927 ist unter verschiedenen Einfällen auch der Name Zdenka für...

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