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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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„Musik mit dir“: Zu Leben und Werk des Schriftstellers und Übersetzers Ernst Sander

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1.

„Zum Beweis daß kein Lyriker ist“ – mit diesen Worten widmete der Erzähler und Übersetzer Ernst Sander (1898–1976) einmal den kleinen Gedichtband „Das Überwundene“1, mit dem er, malgré lui, denn doch die Widmung gleich widerlegte. Lyrik, selbst die musikalische unter den literarischen Gattungen, bewegt sich auf schmalem Grat zwischen Gelingen und Scheitern, wenn sie mit noch so musikalischer Sprache über Musik spricht. Sander entzieht sein Sonett „Musik mit dir. Ariadne auf Naxos“ dem möglichen Mißlingen des ‚Musik‘-Gedichts, indem er die Verse gar nicht von der Musik der Oper, sondern von deren besonderer Wirkung auf sich infolge der Anwesenheit der angeredeten Frau sprechen läßt – und zwar so, daß die Wahrnehmung der Musik immer mehr zur Wahrnehmung der Person wird:

Musik mit dir: „Ariadne auf Naxos“

Musik mit dir: auflodernde Entrückung

In Sphären, die der Tagwelt sich verschließen;

Bewegter Formen tönendes Ergießen –

Musik mit dir: weich streichelnde Beglückung.

Musik mit dir: opalne Traumverzückung,

Wie keine Erdenwünsche sie verhießen,

Die herzerschauernd mich im Dunkel ließen …

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