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Reisen in der deutschen Literatur: Realität und Phantasie

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Edited By Berta Raposo and Christian Prado-Wohlwend

Die Beiträge in diesem Band beschäftigen sich mit dem Themenkomplex Reise in all seiner Bandbreite, von der imaginierten Reise in phantastische oder reale Länder bis hin zur Niederschrift oder Chronik von Reiseimpressionen. Die Sichtweise des Mittelalters findet genauso Interesse wie die ästhetischen Haltungen des angehenden 21. Jahrhunderts. Die Bildungsreise, der Massentourismus, die imaginäre Reise, die Reiseutopie u. a. kommen in Texten der deutschen Literatur aus mehreren Jahrhunderten zum Ausdruck. Sie ermöglichen es dem Leser und der Leserin, spannende Einblicke in die Literatur des Reisens zu erwerben.
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„Es war Reiselust, nichts weiter“ Imaginationen des Reisens in Thomas Manns Der Tod in Venedig. (Friedhelm Marx)

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„Es war Reiselust, nichts weiter“ Imaginationen des Reisens in Thomas Manns Der Tod in Venedig.

Friedhelm Marx

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Abstract: The paper examines the multi-layered meaning of the journeys in Thomas Mann’s Death in Venice. Within the novella, Gustav von Aschenbach undertakes several journeys at once: a journey in his dream, a „real“ journey to Venice, and finally his last journey to death. The question is how the novella takes up contemporary travel discourses of psychoanalysis, sociology, and literature.

Keywords: Reiselust, Venice, Thomas Mann, psychoanalysis

Thomas Manns Der Tod in Venedig von 1911 ist eine Reisenovelle in mehrfachem Sinn. Ihr Protagonist Gustav von Aschenbach unternimmt gleich drei Reisen: zunächst eine Reise im Traum, dann eine anfangs ziellose Reise, die ihn nach Venedig führt, schließlich seine letzte Reise in den Tod. Tatsächlich verdankt sich die Entstehung der Novelle, so Thomas Mann, einer Ferienreise über Brioni nach Venedig im Spätfrühling 1911.1 Dort, im Hotel des Bains, begegnet er dem jungen Baron Wladyslaw Moes, dem Vorbild des polnischen Knaben Tadzio. Rückblickend führt Mann die Konzeption aller Haupt- und Randfiguren im Tod in Venedig auf die zufälligen Begegnungen und Eindrücke dieser Reise zurück.2 Ungeachtet dieser autobiographischen Anregungen setzt sich die Novelle mit zeitgenössischen Reisediskursen der Psychoanalyse, der Soziologie und der Literatur auseinander.

1 Geträumte Reiselust

Der Protagonist Gustav von Aschenbach erscheint zunächst als Antitypus eines...

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