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Reisen in der deutschen Literatur: Realität und Phantasie

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Edited By Berta Raposo and Christian Prado-Wohlwend

Die Beiträge in diesem Band beschäftigen sich mit dem Themenkomplex Reise in all seiner Bandbreite, von der imaginierten Reise in phantastische oder reale Länder bis hin zur Niederschrift oder Chronik von Reiseimpressionen. Die Sichtweise des Mittelalters findet genauso Interesse wie die ästhetischen Haltungen des angehenden 21. Jahrhunderts. Die Bildungsreise, der Massentourismus, die imaginäre Reise, die Reiseutopie u. a. kommen in Texten der deutschen Literatur aus mehreren Jahrhunderten zum Ausdruck. Sie ermöglichen es dem Leser und der Leserin, spannende Einblicke in die Literatur des Reisens zu erwerben.
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Kontrollverlust erzählen in Thomas Manns Mario und der Zauberer: ein tragisches Reiseerlebnis (Francesca Teltscher Taylor)

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Kontrollverlust erzählen in Thomas Manns Mario und der Zauberer: ein tragisches Reiseerlebnis

Francesca Teltscher Taylor

Monash University

Abstract: This article considers Mario und der Zauberer’s exploration of the rise of fascism in Italy in the 1920s. It explores the significance of the topos of Italy in order to understand what role travelling South to Italy plays in the protagonist’s narrated understanding of his role during the rise of fascism. Within this context, the article explores the crisis of identity of the German bildungsbürgerlich type of intellectual, represented by the protagonist and narrator.

Keywords: Loss of control, the topos of Italy, identity, travel literature, narratology, Thomas Mann

Einleitung

In diesem Aufsatz wird das Erzählen von Kontrollverlust in Thomas Manns Mario und der Zauberer: ein tragisches Reiseerlebnis behandelt. Angesichts des Umstandes, dass Erzählen ein Ordnungsakt ist, das heißt eine Strategie, Kontrolle zu gewinnen, erörtert dieser Aufsatz die Frage, wie man Kontrollverlust erzählen kann. Manns Novelle dient dabei als Fallbeispiel, um diese noch nicht untersuchte Frage zu besprechen. Die Reise in den Süden stellt die Werte des deutschen Erzählers der Novelle infrage und führt zu einem Kontrollverlust seiner Überzeugungen und seiner Identität. Dieser Aufsatz setzt sich also mit der in der deutschen Literatur häufig behandelten Idee des rationalen Nordens und „[n]atürlichen […], [g]esunden und [n]aiven“ irrationalen Südens auseinander (Ognibene, 85).1. Der Topos des S...

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