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Kunst und Wissenschaft der Komödienübersetzung

Reflexionen – Beispiele – Erfahrungen

Rainer Kohlmayer

Das Buch ist das erste Werkstattseminar zu Theorie und Praxis des Dramenübersetzens. Es bietet zunächst einen kritischen Überblick über das Feld der literarischen Übersetzung und behandelt dann Einzelprobleme am Beispiel von Corneille, Molière und Labiche, u.a. das Deutsche als Übersetzungssprache, die Figurensprache, die Empathie, die Aktualisierung, das Lachtheater Labiches. Enthalten ist auch ein Erfahrungsbericht über den Weg vom Text zur Inszenierung (u.a. von Tartuffe und Bunbury). Alle Beispiele stammen aus der Praxis des Verfassers. Der Band schließt mit Stellungnahmen Jürgen von Stackelbergs zu den Übersetzungen Rainer Kohlmayers und einem Interview mit dem Verfasser. Ein Buch für die Übersetzungs- und Theaterpraxis.

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8. Kapitel Interview zum Menschenfeind, Lüneburg 2015

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Vorbemerkung

In der Spielzeit 2015/ 16 spielte das Theater Lüneburg meine Übersetzung von Molières Menschenfeind, wobei man sich (vielleicht aus Vorsicht nach dem Ärger mit dem Extravaganten Liebhaber in Münster samt meinem unwirschen FAZ-Brief) um möglichst große Texttreue bemühte (Regie: Detlef Altenbeck). Die Dramaturgin bat mich prophylaktisch um die Beantwortung einiger Fragen, die dann zusammen mit meinen Antworten im Programmheft abgedruckt wurden. Hier ist der vollständige Text des schriftlichen Interviews.

Katja Stoppa: Herr Kohlmayer Sie arbeiteten als Übersetzer und als Dozent an der Johannes Gutenberg Universität Mainz, welche Rolle spielt für Sie die deutsche Sprache in Ihrem Leben?

Ich habe Germanistik und Anglistik ziemlich gründlich studiert, heiratete eine Französin aus der Normandie – und bewege mich seit Jahrzehnten täglich mit einer gewissen Freude zwischen diesen drei Sprachen. An der Uni hatte ich beruflich vor allem mit englischen und deutschen Fachtexten zu tun und mit Deutsch als Fremdsprache. Zum Theaterübersetzen kam ich durch die Gründung meiner studentischen Theatergruppe, für die ich inzwischen 37- mal inszenierte – meistens von mir selbst übersetzte oder geschriebene Stücke. Als erstes Stück spielten wir damals Oscar Wildes The Importance of Being Earnest auf Englisch, wobei ich selbst mitspielte. Danach schaute ich mir die damalige deutsche Übersetzung bei Reclam an, schrieb dem Lektor, ich könne das besser; er verlangte eine Probe, war begeistert. ‚Mein‘ Text wurde seitdem von Bonn bis Wien, von Zürich bis...

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