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Begehren, Angst – und nüchterne Vernunft: Epikureische Psychologie und Ethik nach griechisch-römischen Texten

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Christoff Neumeister

Ausgewählte Passagen aus Texten griechischer und römischer Autoren führen die Grundgedanken der epikureischen Psychologie und Ethik vor. Deren zentrale Themen waren zum einen die verschiedenen Formen menschlichen Begehrens einschließlich des Sexuellen, zum anderen rationale und irrationale Ängste sowie der vernünftige Umgang mit ihnen. In diesem Zusammenhang entstand auch eine eigene Theorie der Wahrnehmung und Begriffsbildung, des Erkennens und des Handelns. Außerdem entstand eine detaillierte Rekonstruktion der Entwicklung, die die Menschheit in sozialer und technischer Hinsicht durchlaufen haben könnte. Dabei wurde der Herausbildung der menschlichen Sprachfähigkeit eine besonders wichtige Rolle zugewiesen. Das Buch möchte den Systemcharakter dieser Philosophie deutlich machen, soll aber auch der nichtfachlichen Leserschaft durch Neuübersetzungen einen Eindruck von der hohen literarischen Qualität der zum großen Teil dichterischen Quellentexte vermitteln.
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3. Philodems Arbeitsbibliothek. Zwei epikureische Freundeskreise am Golf von Neapel

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In der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts stieß man in der Gegend von Resina (heute Ercolano), einem kleinen Küstenort ca. 10 km südlich von Neapel, bei der Grabung von Brunnenschächten immer wieder auf antike Reste, und immer in ungefähr derselben Tiefe. Der König von Neapel befahl daraufhin, solchen Funden von nun an gezielt nachzugehen. Und so stieß man denn, als man am 2. Mai 1750 dort einen eben gegrabenen Brunnenschacht näher untersuchte, ca. 25 m unter der Erdoberfläche auf ein wunderbares, kreisrund aus gelben, schwarzen und braunen Marmordreiecken zusammengesetztes Mosaik, das offenbar der Fußboden eines antiken Gartenpavillons gewesen war. Es wurde zerlegt, Stück für Stück den engen Brunnenschacht herauf an die Oberfläche geholt und kann heute im Archäologischen Nationalmuseum in Neapel bewundert werden. Unten in der Tiefe aber stellte man fest, dass von diesem Pavillon aus ein schnurgerader plattenbelegter Fußweg weggeführt hatte. In horizontaler Grabung folgte man seinem Verlauf und stieß nach etwas mehr als 100 m auf die Außenmauer eines großen Säulenhofs (Peristyls). Der schweizer, in neapolitanischem Dienst stehende Militäringenieur Karl Jacob Weber, dem die Grabungsleitung inzwischen übertragen worden war, gab Anweisung, dass man von da an nicht, wie sonst üblich, willkürlich bald hierhin bald dorthin weitergrabe, sondern dass man die durch den Anweg vorgegebene Richtung genau beibehalte und von dieser sogenannten „gruta derecha“ (span.: „Direkttunnel“) mit im rechten Winkel abgehenden Querstollen und einem Paralleltunnel das jeweils erreichte...

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