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Die Seebilder des Jacob van Ruisdael

Susanne Randhage

Im Mittelpunkt dieser Untersuchung steht die umfassende Analyse der Seebilder Jacob van Ruisdaels. Dabei wird die künstlerische Leistung Ruisdaels unter dem Einfluss sowohl der Natur- und Kunstauffassung als auch der gesellschaftspolitischen Entwicklungen des Goldenen Jahrhunderts (der Niederlande des 17. Jh.) berücksichtigt. Gleichzeitig bietet diese Betrachtung einen Lösungsansatz für die Interpretation bestimmter Bildmotive auf feste Sinnbilder, die in den Meereslandschaften anzutreffen sind. Die Gemälde enthalten emblematische Motive, ähnlich einem Gleichnis, so dass die Bildinhalte und ihre Bedeutung auf vielfältige Weise interpretiert werden können. Darüber hinaus werden weitere spezifische Charakteristika der ruisdaelschen Marinen an den Gemälden selbst exemplarisch herausgearbeitet.

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IV. Die Bildanalyse der Marinen Jacob van Ruisdaels

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Da aus kunsthistorischer Sicht insbesondere die Widerspiegelungen der religiösen sowie wirt- und wissenschaftlichen Aspekte in der Kunst Ruisdaels von besonderem Interesse sind, werden diese nachfolgend einer eingehenden Betrachtung zugeführt.

Es stellt sich allein schon aufgrund der historischen Gegebenheiten die Frage, ob und inwieweit die Religion eventuell einen bestimmenden Einfluss auf die Malerei ausüben konnte. Dass die katholische Kirche nach der Revolution und nach dem Krieg gegen Spanien generell nicht mehr als Auftraggeber für die Kunst zur Verfügung stand, ist allgemein bekannt. Die Niederländer gehörten in der Zeit des 17. Jahrhunderts nun hauptsächlich der reformierten Kirche an, und die Folgen des Bildersturms hatten die Kunst aus den Kirchen vertrieben:

„Der traditionell wichtigste Auftraggeber, die Kirche, fiel in den nördlichen Niederlanden nach den Bilderstürmen der Calvinisten in den 1560er Jahren als Förderer der Künste weitgehend aus. Im Gegenteil, die reformierten Kirchen wurden von den Gemälden und Statuen, die die ikonoklastischen Übergriffe überlebt hatten, gesäubert und weiß getüncht.“ [North 2001: 79]

Doch stellt sich nun die Frage, ob dieser Bruch auch in der Kunst wirklich derart rigoros vollzogen wurde oder ob die Kirche nun zumindest noch einen indirekten Einfluss auf die Malerei besaß. Des Weiteren sollte in Erwägung gezogen werden, dass eine kirchliche Einflussnahme auf die Kunst bzw. der Grad der Intensität derselben auch ganz individuell von dem jeweiligen Künstler selbst oder vielleicht sogar von dem Willen der Kundschaft...

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