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Psalm Salomo 14

Text, Tradition und Komposition einer frühjüdischen Dichtung

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Sven Behnke

Die Psalmen Salomos (PsSal) zählen zu den wichtigsten Zeugen jüdischer Literatur und Theologie des ersten Jahrhunderts v. Chr. Die Studie zeichnet die Forschungsgeschichte dieser nicht kanonisch gewordenen Sammlung nach und skizziert deren Gesamtkomposition. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht eine traditions- und kompositionsgeschichtliche Analyse der Lehrdichtung PsSal 14. In weisheitlicher Manier kontrastiert PsSal 14 Lebenswandel und Schicksal von Frommen und Sündern und nimmt dabei Ps 1 im Licht weiterer biblischer Traditionen und Motive interpretierend auf. PsSal 14 erweist sich als ein frühes Beispiel der literarischen Rezeption von Ps 1, das ebenso traditionsgebunden wie innovativ ist und ein klares theologisches Programm besitzt.

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4. Die Komposition von Psalm Salomo 14

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Auf die Frage „Was wird anders bei kanonischer Psalmenauslegung?“576 antwortet Erich Zenger in einem Aufsatz aus dem Jahr 1991 in vier Thesen, die zugleich das Programm kanonischer Psalmenexegese beschreiben: Im Rahmen einer kanonischen Auslegung der Psalmen sind nach Zenger besonders 1. die Beziehungen eines Psalms zu seinen Nachbarpsalmen, 2. die Position eines Psalms innerhalb der jeweiligen kompositionellen Einheit, 3. die Psalmenüberschriften und 4. die innerbiblischen Bezüge und Wiederaufnahmen eines Psalms zu untersuchen.577 – Dieses Programm einer kontextuellen Psalmenexegese, das die diachronen Untersuchungsgänge der historisch-kritischen Methode einzubinden und um eine synchrone Perspektive zu ergänzen sucht, setzte Erich Zenger zusammen mit Frank-Lothar Hossfeld sowohl in den Psalmenkommentaren der Reihen NEB und HThK als auch in diversen Einzelstudien um.578 Im ←151 | 152→NEB-Kommentar von Hossfeld und Zenger sieht Matthias Millard „den Vollzug eines Paradigmenwechsels in der Psalmenkommentierung“579: weg von einer zu sehr auf form- und gattungskritische Fragestellungen fokussierten Einzelexegese der Psalmentexte hin zu einer „Betrachtung des Psalters als Literatur“580. Der methodische Ansatz von Hossfeld und Zenger wäre missverstanden, wenn man die Untersuchung des Einzelpsalms nach den Regeln der historisch-kritischen Exegese, etwa in Gestalt der Form- und Gattungsgeschichte, zugunsten einer kontextuellen Psalterexegese aufgäbe, vielmehr betonen Hossfeld und Zenger im Hinblick auf das Verhältnis ihrer Untersuchungsperspektive zur historischkritischen Bibelexegese:

„Unser methodisches Konzept einer diachron reflektierten synchronen Lektüre des Psalters stellt sich […] einerseits entschieden auf die bewährten Wege bisheriger Psalmenforschung, will aber zugleich die neuen Wege der holistischen und kanonischen Exegese konsequent einbeziehen...

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