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Kleine Schriften Antike – Spätantike – Neuzeit – Fachdidaktik

Analysen griechischer und römischer Texte, Aspekte ihrer Rezeption und Transformation, Übersetzungen lateinischer Texte und Gedanken zur didaktischen Umsetzung

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Dietmar Schmitz

Die vorliegende Sammlung Kleiner Schriften (die auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Beiträge enthält) vermittelt für den Sprach- und Ethikunterricht – und darüber hinaus für alle an europäischer Kultur Interessierten – vielseitige Anregungen. Die Einteilung der Veröffentlichungen erfolgt dabei in die Klassische Antike, Spätantike und Mittelalter, Neulateinische Literatur sowie Fachdidaktik.

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III.1. Marcus Antonius Muretus, Leben und Werk sowie die erste Elegie1

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Marc-Antoine Muret (lat. Marcus Antonius Muretus, 1562–1585) verfasste wohl im Jahr 1544 die Tragödie: Julius Caesar, die 1545 in Bordeaux im Collège de Guyenne uraufgeführt wurde und später auch als Druck erschien, gemeinsam mit den Juvenilia, einer Sammlung von Elegien, Satiren, Epigrammen, Oden und Briefen. Im Jahr 1547 hielt er sich am Collège de Guyenne auf, später (1551–1553) am Collège de Boncourt in Paris. Er betrieb intensiv das Studium der alten Sprachen und unterrichtete die später bekannten Dichter und Schriftsteller wie Rémy Belleau, Jean de la Péruse, Etienne Jodelle, der mit Cléopâtre captive die erste französische Tragöde verfasste, Jean de La Taille, Jacques Grévin und Vauquelin de la Fresnaye. Vor allem war er auch Lehrer der beiden berühmten Dichter der Pléiade2, Pierre de Ronsard und Joachim Du Bellay. Mit Jean Dorat verband ihn eine innige Freundschaft.

Um die Bedeutung der Werke des Muretus einschätzen zu können, sei ein kurzer Blick auf das 16. Jahrhundert gestattet. Einen Bruch mit der literarischen Tradition hat es in dieser Zeit eigentlich nicht gegeben, wiewohl dies oft behauptet wird. Die literarischen Gattungen des Mittelalters wurden durchaus weiter gepflegt, die Kenntnisse der lateinischen und griechischen Sprache und ihrer bedeutendsten Autoren kamen nicht erst im Frankreich des 16. Jahrhunderts auf. Einerseits waren einige Dichter über italienische Kenner der Materie durchaus vor allem mit den lateinischen Klassikern vertraut, andererseits wurde das Nationalbewusstsein gestärkt, vor...

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