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Kleine Schriften Antike – Spätantike – Neuzeit – Fachdidaktik

Analysen griechischer und römischer Texte, Aspekte ihrer Rezeption und Transformation, Übersetzungen lateinischer Texte und Gedanken zur didaktischen Umsetzung

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Dietmar Schmitz

Die vorliegende Sammlung Kleiner Schriften (die auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Beiträge enthält) vermittelt für den Sprach- und Ethikunterricht – und darüber hinaus für alle an europäischer Kultur Interessierten – vielseitige Anregungen. Die Einteilung der Veröffentlichungen erfolgt dabei in die Klassische Antike, Spätantike und Mittelalter, Neulateinische Literatur sowie Fachdidaktik.

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IV.7. Aktuelle Beobachtungen und Überlegungen zur Kanonfrage für das Fach Latein1

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Viele Jahre wurde dem Kanon in den alten Sprachen keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt,2 andere Themen schienen von größerer Relevanz zu sein. Dies hat sich zwar etwas geändert, ich vertrete aber die Auffassung, dass die Fachdidaktik Latein und die Fachwissenschaft sich mehr mit dieser Thematik befassen sollte, da andere Aspekte damit eng verknüpft sind. Ziel ist es, die Diskussion um den Kanon neu zu beleben.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Kanon ist in der Literaturtheorie in vollem Gange, und so können Erkenntnisse aus diesem Bereich auch für das Fach Latein fruchtbar gemacht werden.

Im Folgenden möchte ich zunächst eine (gängige) Definition des Begriffs vorlegen, den aktuellen Forschungsstand skizzieren und einige theoretische Überlegungen vorstellen. Auch ein kurzer geschichtlicher Rückblick mag die aktuelle Situation des Faches Latein besser einzuordnen helfen.

Danach sollen Vorschläge zu Autoren und Texten sowie einige Thesen unterbreitet werden. Meine Recherchen beruhen auf Einsicht in die (Kern-) Lehrpläne/Bildungsstandards/Vorgaben für die Sekundarstufe I und die Qualifikationsphase einzelner Bundesländer, der Prüfung von Lehrwerken und Lektüreausgaben sowie der vorhandenen Lesebücher und natürlich der Sekundärliteratur.

Ich greife auf folgende Definition des Begriffs Kanon zurück:

„Mit Kanon wird gewöhnlich ein Korpus literarischer Texte bezeichnet, die eine Trägergruppe, zum Beispiel eine ganze Kultur oder eine subkulturelle Gruppierung, für ←749 | 750→wertvoll hält, autorisiert und an dessen Überlieferung interessiert ist (materialer Kanon), daneben...

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