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Mediation und systemische Therapie

Überlegungen zu einer Adaptierung des Mediationsverfahrens auf die speziellen Bedürfnisse von Paaren- Grenzen und Möglichkeiten

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Jasmin Cornelius

In dieser Arbeit werden die Mediation und die systemische Therapie mit ihren Möglichkeiten und Grenzen dargestellt und verglichen. Zudem wird eine praktische Methode entwickelt, in der bestimmte systemische Therapietechniken in die Mediation integriert werden, um besser auf die Bedürfnisse von Paaren in Konflikten eingehen zu können. Dabei erfolgt auch eine Betrachtung der Lebens- und Herkunftsgeschichte der Partner, da Beziehungsprobleme verständlicher werden, wenn man die Vergangenheit und die Lebensumstände der Partner mitberücksichtigt. Zusätzlich erfolgt die Integration eines Kommunikations- und eines Problemlösetrainings in das Verfahren. Die Ergebnisse des Vergleichs dienen bei der Entwicklung des Verfahrens «Mediatives Paar-Coaching» als wichtige Grundlage. Ziel des «Mediativen Paar-Coachings» ist nicht die Heilung von Menschen, sondern die Heilung von Beziehungen.

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A. Einleitung

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I. Strukturwandel von Partnerschaften Scheidungen gehören heute zum Alltag. Die Scheidungsrate ist höher denn je. In den Großstädten bewegt sie sich auf bis zu 50 % zu.2 Kommt es zu ernsteren Problemen in der Ehe, liegt die Idee der Scheidung, ob als Drohung oder Be- fürchtung, sehr nahe.3 Dennoch haben die meisten Menschen das Bedürfnis nach lang anhaltenden und stabilen Partnerschaften, in denen sie Nähe und Gebor- genheit finden können.4 Rosemarie Welter-Enderlin hat dafür die schöne Meta- pher gefunden, dass es bei uns Menschen neben dem „Bedürfnis nach Flügeln“, die uns Individualität und Freiheit gewähren, auch das tiefe Bedürfnis nach „Wurzeln“, also Geborgenheit und Verlässlichkeit, gibt.5 Die Sehnsucht nach Bindung und der Wunsch nach dem idealen Partner ist ein grundlegender Bestandteil unseres Seelenlebens. Eine stabile Bindung, in der Geborgenheit, Wertschätzung und Nähe gelebt werden, ist eine zentrale Vor- aussetzung für Zufriedenheit und psychische Stabilität.6 Dies belegen Umfragen7 oder auch ein Blick in das soziale Umfeld. Menschen trennen sich und sind meist nach einer kurzen „Erholungspause“ wieder auf der Suche nach einem ge- eigneten Partner. Vorherige gescheiterte Beziehungen und war das Scheitern auch noch so schmerzvoll, scheinen selten Menschen dazu zu bringen, es in Zu- kunft alleine probieren zu wollen. Dennoch steigt auch die Zahl der Singlehaus- halte von Jahr zu Jahr an.8 Dieses Phänomen lässt sich nur dadurch erklären, dass die Zeiten, in denen Menschen in Beziehungen...

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