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Zur Theorie der Lehnprägung im deutsch-tschechischen Sprachkontakt

Eine historisch-vergleichende Untersuchung im innerslavischen und europäischen Kontext

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Ales Puda

Welcher Teil einer Sprache ist nicht über den «Leisten der Lehnprägung geschlagen»? Um das fremde Sprachgut im eigenen Gewand ranken sich in den europäischen Philologien viele Mythen und Legenden, die teils auf einer stiefmütterlichen Behandlung beruhen, teils aber auch sprachpolitisch bewusst gestreut wurden. Diese Arbeit versteht sich einesteils als theoretische Abhandlung zu den Bedingungen, Ursachen und Prozessen, die zu einer Aufnahme von deutsch-tschechischen Lehnprägungen im innerslavischen und weiteren europäischen Kontext führten. Anderenteils schließt sich ihr ein tschechischer Wörterbuchteil mit ausgewählten calquierten Substantivbeispielen an, deren etymologische sowie lexikographische Wortgeschichte soweit wie möglich nachgezeichnet wurde. Dabei wurden neben neuen Lemmata auch Verbesserungen zu bereits vorhandenen Einträgen in den etymologischen Wörterbüchern des Tschechischen vorgenommen.

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10.1.3.6. Identifizierung bei mehreren Prototypen - Reprodukten 134

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134 Identifizierungskriterien zur Lehnguterfassung von (Semi)Calques Wenn ein sich diachron verändernder Prototyp mehrmals im Laufe der Entwicklung calquiert wurde, kann dies die Calqueidentifizierung erleichtern. Bei dem Phrasem č. dát (dostat) košem kolloq.; abschätzig dt. einen Korb geben/bekommen ist z.B. bereits die ältere dt. Wendung durch den Korb fallen bei VelS:930 einer Lehnprägung unter- zogen werden: Č.: košem dáti; propadnauti skrze kůš - nic neobdržeti, den Korb bekommen, repulsam pati. Vgl. slk. dostať kôšom - dať niekomu kôšom; p. dać kosza - dostać kosza; kr. dobiti košaricu (reg.: korpu); da[va]ti komu košaricu (reg.: korpu); sln. dobiti košarico - dati (komu) košarico; kr. dobiti košar(ic)u - dati komu košar(ic)u; dati korpu - dobiti korpu; ung. kosarat kap - kosarat ad vkinek 10.1.3.6. Identifizierung bei mehreren Prototypen - Reprodukten Synchrone oder diachrone (ausgestorbene) oder nie in Sprachgebrauch gekommene Varianten (Lehnprägungsversuche) hinsichtlich Motivierung und Wortbildungsstruk- tur sind erhellend für eine Kontagierung durch einen (Semi)Calque (z.B. země-, světokoule nhd. Erdkugel, -teil und, světa-, zemědíl nhd. Welt-, Erdkugel). Ein innerč. Abgleich kann klären, ob der potentielle deutsche L2-Prototyp, nicht schon der natürlichen Abfolge entsprechend als Lehnwort und/oder Semicalque nach L1 ent- lehnt wurde, da solche Dubletten bzw. Tripletten zur Identifizierung der Matrices wichtige Erkenntnisse bringen können. Schwierigkeiten der Zuweisung eines Reprodukts zum Prototypen ergeben sich durch die jeweils in mehreren Sprachen einem oder...

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