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«Viel Köche versaltzen den Brey» und «Bey viel Hirten wird übel gehütet»

Diachrone Betrachtung der Variantenvielfalt phraseologischer Formen in Werken ab dem 16. Jahrhundert

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Martina Kessler

In verschiedenen Werken ab dem 16. Jahrhundert werden bei Sprachforschern von Jckelsamer bis Becker Beispielsammlungen phraseologischer Formen wie Sprichwörter, sprichwörtliche Redensarten, phraseologische Vergleiche, Zwillings- und Drillingsformeln etc. untersucht, um ihre diachrone Entwicklung zu erarbeiten. Hierbei liegt der Schwerpunkt der Analyse auf der Variantenvielfalt und ihren unterschiedlichen Formen. Die Untersuchung bezieht Aspekte wie unikale Komponenten, Alliteration, Reim, feste lexikalische Elemente und auch volkskundliche Elemente wie Brauchtum, Religion, Rechtsprechung etc. mit ein; auch fremdsprachliche Formen werden vergleichend analysiert und die Rolle der zunehmenden Verschriftlichung wird untersucht. Ziel ist die Erarbeitung und Darstellung der diachron durch Verfestigungsprozesse feststellbaren Variantenreduktion.

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Kapitel 1: Betrachtung phraseologischer Formen in der„vor-grammatischen“ Phase

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31 Kapitel 1: Betrachtung phraseologischer Formen in der „vor-grammatischen“ Phase Teilbereich Valentinus Jckelsamer Allgemeine Erläuterungen Im Rahmen der Dissertation werden nun im Folgenden verschiedene deutsche Sprach- lehren im Hinblick auf phraseologische Erscheinungen untersucht. Beginnend im 16. Jahrhundert ist es das Ziel, die Entwicklung dieses linguistischen Bereichs bis zum heutigen Zeitpunkt zu veranschaulichen; hierbei stehen für den historischen Teil die Auffassungen unterschiedlicher Sprachforscher im Mittelpunkt. Den Anfang der Untersuchungen macht Valentinus Jckelsamer mit seinem Werk Ein Teütsche Grammatica1, die um das Jahr 1534 herum erschienen sein dürfte2. Bezüg- lich seiner Namensschreibung gibt es zahlreiche Abweichungen – es finden sich Jckelschamer, Jckelshaimer, Jckelshaymer, Jckelsheimer, Yckelshaimer, Jckelshainer, Ekkelshayner, Ikkersamer, Becklersheimer, Zagsthamer3. Im Rahmen der vorliegen- den Arbeit wird die von ihm selbst am häufigsten gebrauchte Schreibweise – Jckelsamer – verwendet, wobei der Name seine Herkunft widerspiegelt und die Be- deutung „Einer von Jckelsheim/Ickelheim“ hat; sein Vorname wird in latinisierter Form geschrieben. Mit seiner Arbeit betritt Jckelsamer zu seiner Zeit Neuland, denn schriftlich aufge- zeichnete Grammatiken zur deutschen Sprache existieren so gut wie nicht. Seine Pio- nierarbeit auf diesem Gebiet unterstreicht auch eine Äußerung Ortolf Fuchßpergers von Tittmoning, die im Jahre 1800 im Allgemeinen Literarischen Anzeiger erscheint; er schreibt in der Vorrede zu seinem Werk Ain gründlicher klarer anfang der natürli- chen und rechten kunst der waren Dialectica/(...)4: „Wer hat vor Valentin Jckelsamer eine Teutsche Grammatik gelernt?“ In Elias Caspar Reichards Versuch einer Historie der deutschen Sprachkunst5 findet sich dazu eine Anmerkung aus den Leipziger kritischen...

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