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«Viel Köche versaltzen den Brey» und «Bey viel Hirten wird übel gehütet»

Diachrone Betrachtung der Variantenvielfalt phraseologischer Formen in Werken ab dem 16. Jahrhundert

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Martina Kessler

In verschiedenen Werken ab dem 16. Jahrhundert werden bei Sprachforschern von Jckelsamer bis Becker Beispielsammlungen phraseologischer Formen wie Sprichwörter, sprichwörtliche Redensarten, phraseologische Vergleiche, Zwillings- und Drillingsformeln etc. untersucht, um ihre diachrone Entwicklung zu erarbeiten. Hierbei liegt der Schwerpunkt der Analyse auf der Variantenvielfalt und ihren unterschiedlichen Formen. Die Untersuchung bezieht Aspekte wie unikale Komponenten, Alliteration, Reim, feste lexikalische Elemente und auch volkskundliche Elemente wie Brauchtum, Religion, Rechtsprechung etc. mit ein; auch fremdsprachliche Formen werden vergleichend analysiert und die Rolle der zunehmenden Verschriftlichung wird untersucht. Ziel ist die Erarbeitung und Darstellung der diachron durch Verfestigungsprozesse feststellbaren Variantenreduktion.

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Resümee 459

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459 Resümee Im Rahmen der vorliegenden Dissertation wurden phraseologische Formen in Werken beginnend im 16. Jahrhundert mit Jckelsamer bis Becker untersucht. Die Auswahl erfolgte vor dem Hintergrund einer unterschiedlichen Art der Darstellung von Phraseo- logismen, um sich verändernde Herangehensweisen hinsichtlich Darstellungsform, Beispielauswahl etc. herauszuarbeiten. Besonders die Beispielsammlungen von Schot- telius, Gottsched, Aichinger, Adelung, Körte und Wander, wie auch die in den anderen Werken vorkommenden Wendungen wurden im Hinblick auf eine diachrone Variation der Beispiele vergleichend analysiert, wobei es unter anderem galt, die aufgestellte These der sich über Jahrhunderte hinweg verfestigenden Formen einhergehend mit einer feststellbaren Variantenreduktion zu untersuchen, durch konkrete Beispiele zu belegen und dadurch zu bestätigen. Durch die Ausarbeitung der Unterschiede dieser Werke bzw. durch die anhand der Analyse der Beispielsammlungen diachron feststellbaren Veränderungen konnte diese These der Variantenreduktion mit der damit verbundenen Verfestigung einer bestimm- ten Form untermauert werden. Es wurde dabei deutlich, dass Varianten phraseologi- scher Erscheinungen in diachroner wie auch in synchroner Hinsicht nicht unter einem eindimensionalen Blickwinkel analysiert werden können. Die vielschichtige Betrach- tung umfasst Wendungen, die bei veränderter Bedeutung eine identische Aussagefunk- tion im Satz aufweisen und sich in einem diachronen Verfestigungsprozess auf eine Wendung reduzieren, was unter anderem anhand der Beispiele Viel Fedren machen ein Bett, Viel Körnlein machen ein Hauffen1 etc. herausgearbeitet wurde. Daneben zeigt die vorangegangene Analyse, dass für ein weniger stark ausgeprägtes Variantenvor- kommen auch verfestigende Komponenten wie feste lexikalische Elemente des Typs w-Pronomen in generalisierendem Gebrauch2: Wer …; w-Element als...

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