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Die orthodoxen Kirchen in Geschichte und Gegenwart

Zweite, überarbeitete und ergänzte Auflage

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Hans-Dieter Döpmann

Mit dieser Gesamtdarstellung der Orthodoxie wird dem Leser die vielfältige Welt der orthodoxen Kirchen erschlossen. Den Ausgangspunkt bilden die Geschichte des Christentums im römisch-byzantinischen Reichsgebiet und die konfessionellen Abspaltungen. Dem historischen Rückblick folgt eine Übersicht über die Vielfalt der heutigen, über den gesamten Erdkreis verstreuten orthodoxen Kirchen. Der Leser wird mit der Struktur dieser Kirchen bekannt gemacht. Er erhält Auskunft über die unterschiedlichen Gottesdienste, Riten und ihren Symbolgehalt, über die Bedeutung und Funktion liturgischer Geräte, Gewänder und Gesänge, den gottesdienstlichen Raum, die Welt der Ikonen, das Sakramentsverständnis, Frömmigkeitsformen, diakonisches Wirken sowie über orthodoxes Mönchtum, einschließlich der Mönchsrepublik des Athos. Schließlich wird das heutige Engagement orthodoxer Kirchen in Staat und Gesellschaft behandelt.

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5. Die Gottesdienstformen des Tages- und Wochenzyklus - 139

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139 5. Die Gottesdienstformen des Tages- und Wochenzyklus „Betet ohne Unterlass“ (1Thess 5,17) bedeutet für orthodoxes Verständnis, dass sich geistliches Leben nicht auf einen einmal in der Woche stattfindenden Sonn- tagsgottesdienst beschränkt. Auch dem evangelischen Christen sind außer dem Sonntagsgottesdienst die Festtage des beweglichen und unbeweglichen Jahres- kreises vertraut. Für die orthodoxen Kirchen – ähnlich ist es im Katholizismus – haben darüber hinaus auch die einzelnen Tage der Woche, ja sogar einzelne Ab- schnitte des Tagesablaufs gottesdienstliche Bedeutung. Es ergeben sich drei got- tesdienstliche Hauptzyklen: der Tageszyklus, der Wochenzyklus und der Jahres- zyklus. Mit den Abschnitten des Tages, mit jedem einzelnen Tag der Woche und mit jedem Tag innerhalb des Kirchenjahres ist ein bestimmter Inhalt verbunden. Dies spiegelt sich im Gottesdienst insofern wider, als sich feststehende Formen herausgebildet haben, mit denen sich die dem jeweiligen Gedenken oder Anlass gewidmeten variablen Teile verbinden. Da die feststehenden Gottesdienstformen durch den Tages- und Wochenzyklus geprägt sind, soll zunächst auf diese ein- gegangen werden. 5.1. Die Entfaltung des Tages- und Wochenzyklus Für den 24-stündigen Ablauf von Tag und Nacht ergab sich eine Anzahl von Gottesdienstzeiten. Wie für viele andere gottesdienstliche Momente liegt hier die liturgische Tra- dition Jerusalems zugrunde, von der wir aus dem Bericht der Nonne Aetheria über eine Pilgerreise um 400 unterrichtet sind. Diese Traditionen erfuhren dann in Byzanz bis zum 11. Jahrhundert ihre in den orthodoxen Kirchen vorherrschen- de Ausprägung. Schon früh sprachen die Christen – an die jüdische...

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