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Die orthodoxen Kirchen in Geschichte und Gegenwart

Zweite, überarbeitete und ergänzte Auflage

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Hans-Dieter Döpmann

Mit dieser Gesamtdarstellung der Orthodoxie wird dem Leser die vielfältige Welt der orthodoxen Kirchen erschlossen. Den Ausgangspunkt bilden die Geschichte des Christentums im römisch-byzantinischen Reichsgebiet und die konfessionellen Abspaltungen. Dem historischen Rückblick folgt eine Übersicht über die Vielfalt der heutigen, über den gesamten Erdkreis verstreuten orthodoxen Kirchen. Der Leser wird mit der Struktur dieser Kirchen bekannt gemacht. Er erhält Auskunft über die unterschiedlichen Gottesdienste, Riten und ihren Symbolgehalt, über die Bedeutung und Funktion liturgischer Geräte, Gewänder und Gesänge, den gottesdienstlichen Raum, die Welt der Ikonen, das Sakramentsverständnis, Frömmigkeitsformen, diakonisches Wirken sowie über orthodoxes Mönchtum, einschließlich der Mönchsrepublik des Athos. Schließlich wird das heutige Engagement orthodoxer Kirchen in Staat und Gesellschaft behandelt.

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12. Die unierten Ostkirchen - 299

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299 12. Die unierten Ostkirchen Unierte Ostkirchen (katholische Ostkirchen) entstanden durch die Bestrebungen der römisch-katholischen Kirche zum Anschluss der nach dem Konzil von Chal- kedon (451) gebildeten orientalischen orthodoxen Kirchen sowie der seit dem Großen Schisma von 1054 getrennten orthodoxen Kirchen des Ostens. Unter Bei- behaltung ihrer Kirchensprache und weitgehender Wahrung ihrer gottesdienst- lichen Praxis, Verfassung, Spiritualität und kirchenrechtlicher Besonderheiten anerkennen die unierten Kirchen – im Gegensatz zur altkirchlichen Eigenstän- digkeit – den römischen Papst als Oberhaupt der Gesamtkirche (päpstliche Pri- mat) und haben aufgegeben, was mit katholischer Glaubenslehre nicht vereinbar ist. Die Unionsbemühungen trugen unterschiedlichen Charakter. Es zeigte sich echtes, theologisch fundiertes Streben nach kirchliche Einheit, doch dominierten weithin staats- und kirchenpolitische Interessen. Auch wurden Situationen der Bedrängnis ausgenutzt, in denen sich einzelne Kirchen oder ein Teil von ihnen zu einem Entgegenkommen genötigt sahen. 12.1. Versuche gesamtkirchlicher Unionen Trotz des Großen Schismas von 1054 gab es immer wieder Kontakte zwischen Rom und der Kirche im byzantinischen Reich. Gleich nach seinem Amtsantritt ersuchte Papst Urban II. (1088–1099) den Patriarchen von Konstantinopel um die Wiederaufnahme seines Namens in die liturgischen Diptychen, um die kirchliche Gemeinschaft zu erneuern. Wenige Jahre später bat Kaiser Alexios I. Komnenos (1081–1118) um Waffenhilfe, da im Süden die türkischen Seldschuken im Jahre 1077 Jerusalem eingenommen hatten und Byzanz bedrängten, während sich der Kaiser gleichzeitig im Norden der Petschenegen zu erwehren hatte. Der Gedanke eines Kreuzzugs lag den Byzantinern fern, sie wünschten...

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