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Die orthodoxen Kirchen in Geschichte und Gegenwart

Zweite, überarbeitete und ergänzte Auflage

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Hans-Dieter Döpmann

Mit dieser Gesamtdarstellung der Orthodoxie wird dem Leser die vielfältige Welt der orthodoxen Kirchen erschlossen. Den Ausgangspunkt bilden die Geschichte des Christentums im römisch-byzantinischen Reichsgebiet und die konfessionellen Abspaltungen. Dem historischen Rückblick folgt eine Übersicht über die Vielfalt der heutigen, über den gesamten Erdkreis verstreuten orthodoxen Kirchen. Der Leser wird mit der Struktur dieser Kirchen bekannt gemacht. Er erhält Auskunft über die unterschiedlichen Gottesdienste, Riten und ihren Symbolgehalt, über die Bedeutung und Funktion liturgischer Geräte, Gewänder und Gesänge, den gottesdienstlichen Raum, die Welt der Ikonen, das Sakramentsverständnis, Frömmigkeitsformen, diakonisches Wirken sowie über orthodoxes Mönchtum, einschließlich der Mönchsrepublik des Athos. Schließlich wird das heutige Engagement orthodoxer Kirchen in Staat und Gesellschaft behandelt.

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13. Ökumene und interreligiöser Bezug - 311

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311 13. Ökumene und interreligiöser Bezug Nach dem Großen Schisma kam es zu einer Vielfalt von Kontakten zwischen der orthodoxen und der abendländischen Christenheit. Seitens des Katholizis- mus äußerten sie sich vor allem in Unionsbestrebungen. Martin Luther berief sich anfangs auf die Orthodoxie als auf eine Kirche, in der er die Kontinuität mit wesentlichen Momenten des ursprünglichen Kircheseins gewahrt sah, äußerte sich später jedoch auf sehr kritisch. Melanchthon (1497–1560) knüpfte kurz vor Luthers Tod ökumenische Beziehungen zur Orthodoxie an. Der Briefwechsel zwischen der Tübinger Theologischen Fakultät und Patriarch Jeremias II. von Konstantinopel 1573–1581 blieb der intensivste Dialog vor dem 20. Jahrhundert, kam jedoch nicht zum gewünschten Erfolg. Nur kurzfristig war die Interessen- gemeinschaft von Orthodoxen, Lutheranern und Reformierten gegen Ende des 16. Jahrhunderts im katholischen Polen-Litauen. In Siebenbürgen führten die Gespräche des Reformators Johannes Honterus (1498–1549) mit orthodoxen Ver- tretern zwar nicht zur Annäherung, ermöglichten aber ein relativ problemloses Nebeneinanderleben. Die Frage: „Ob die Moscoviter Christen sind?“, mit der im Jahre 1620 der lutherische Hofprediger des Königs Gustav Adolf, Johannes Bot- vid, eine Thesenreihe überschrieb, nachdem durch die Eroberung Ostkareliens (1617) Orthodoxe zu schwedischen Untertanen geworden waren, zeugt von der vorherrschenden Unkenntnis, die freilich auf beiden Seiten bestand. Auch die Beziehungen und Publikationen in der Zeit von Pietismus und Aufklärung haben sich kaum in der kirchlichen Praxis niedergeschlagen. Gerade von orthodoxer Seite gab es ein oft massives polemisches...

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