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Paulinische Ökonomie

Der Effizienzbegriff in 1.Korinther 12 und seine Bedeutung für die Gemeindekonzeption

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Urs-Ullrich Muther

Der Effizienzgedanke ist mittlerweile auch in nicht-ökonomischen Kontexten in aller Munde. Von Seiten der Theologie wird er häufig kritisiert. Dabei wird allerdings immer ein bestimmtes einseitiges Verständnis von Effizienz zugrunde gelegt. Vor diesem Hintergrund zeigt diese Arbeit, dass der Effizienzgedanke sich auch in anderer Weise verstehen lässt und sich zudem in Grundzügen in neutestamentlichen Texten wiederfindet. Dazu wird das Bild vom Leib Christi in 1. Kor 12 untersucht und aus dem Blickwinkel des Ökonomen analysiert. Die Ergebnisse dieser Betrachtung werden dann auf die Thematik von Gemeindeaufbau und Gemeindeentwicklung angewandt. Daraus ergibt sich der Ansatz einer Fördernden Gemeinde, der in 10 Thesen dargestellt wird.

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1. Einleitung

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Es gibt Texte und Bilder in der Bibel, die auch über die Jahrhunderte und Jahr- tausende hinweg die Vorstellung und das Wesen von christlicher Gemeinde ent- scheidend prägen. Eines dieser Bilder ist im 12. Kapitel des 1. Korintherbriefes zu finden: Das Bild vom Leib Christi mit dem dazu gehörigen Organismusge- danken1. Für viele Christen in den heutigen Gemeinden – den Verfasser dieser Arbeit eingeschlossen – stellt die dort beschriebene Vorstellung ein zentrales Leitbild für eine christliche Gemeinde auch in der heutigen Zeit dar. Biblische Texte können bekanntlich aus sehr unterschiedlichen Blickwin- keln und Perspektiven heraus betrachtet werden, angefangen von der klassischen historisch-kritischen Exegese über sozio-kulturelle Ansätze bis hin zu (tiefen-) psychologischen Auslegungsversuchen. Angeregt durch ein Fernstudium der Wirtschaftswissenschaften hat der Verfasser dieser Arbeit begonnen, bekannte biblische Texte aus dem Blickwinkel des Ökonomen zu betrachten. Dabei rückt folgerichtig auch der Text 1.Kor 12 mit in den Blick. Ziel einer solchen „öko- nomischen“ Betrachtung biblischer Texte ist dabei immer die Erweiterung und Bereicherung der Perspektiven, unter der biblische Texte gelesen werden kön- nen, und nicht das Ersetzen traditioneller Auslegungsmethoden und –per- spektiven durch eine neue. Jede Methode hat ihre Wichtigkeit und Berechtigung. Und gerade durch die vorhandene Vielfalt können die verschiedenen Aspekte der biblischen Texte erst umfassend herausgearbeitet werden. Bei der Lektüre von 1.Kor 12 unter diesem Vorzeichen ergibt sich die An- deutung von Gemeinsamkeiten zwischen der paulinischen Rede vom Leib Christi und dem aus der modernen Ökonomie bekannten Effizienzgedanken. Insbesondere auf das Zusammenwirken...

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