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Zulässigkeit und Grenzen von Tarifsozialplänen

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Claudia Hagedorn

Seit einigen Jahren versuchen Gewerkschaften aus Anlass von geplanten Standortverlagerungsentscheidungen durch das Aufstellen exorbitant hoher Sozialplanforderungen zumindest mittelbar auf die unternehmerische Entscheidung des Arbeitgebers Einfluss zu nehmen. Diese Arbeit befasst sich mit der Zulässigkeit dieser tariflichen Sozialpläne. Dabei wird auf eine mögliche Sperrwirkung der §§ 111 ff. BetrVG eingegangen und in diesem Zusammenhang überlegt, ob eine Gesetzesänderung anzuraten ist. Da die Forderung nach Abschluss eines tariflichen Sozialplanes aus Anlass einer konkreten Verlagerungsentscheidung des Arbeitgebers erfolgt, wird im weiteren Verlauf der Arbeit untersucht, ob und inwiefern trotz etwaiger Verbandsangehörigkeit des Arbeitgebers ein Firmentarifvertrag erstreikt werden kann. Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit bildet die genaue Auseinandersetzung mit den einzelnen Tarifsozialplanforderungen, wobei zunächst die tarifliche Regelbarkeit näher untersucht wird. Im Anschluss daran erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Frage der Erstreikbarkeit der Forderungen, wobei diesbezüglich zwischen den direkten Standorterhaltsforderungen und denen der Folgenmilderung für die betroffenen Arbeitnehmer differenziert wird. Den Schlusspunkt der Arbeit – gleichsam als Abrundung – bildet ein Blick auf das Europarecht. Dabei wird thematisiert, ob die in Art. 43 EG normierte Niederlassungsfreiheit Streiks um standortbezogenen Tarifverträgen Grenzen setzt.

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Inhaltsverzeichnis 7

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Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis.................................................................................................. 7 Abkürzungsverzeichnis ....................................................................................... 17 § 1 Einleitung ...................................................................................................... 21 I. Einführung in den Themenbereich .................................................................. 21 1. Pflichten des Unternehmers bei geplanter Betriebsänderung...................... 23 a. Verhandlungen über einen Interessenausgleich ....................................... 23 b. Abschluss eines Sozialplans..................................................................... 24 2. Grenzen betrieblicher Einflussnahme.......................................................... 24 a. Fehlende Erzwingbarkeit des Interessenausgleichs ................................. 24 b. Begrenzung des Sozialplans..................................................................... 25 3. Vorteile einer tariflichen Regelung gegenüber den §§ 111 ff. BetrVG ...... 25 a. Fehlende gesetzliche Begrenzung ............................................................ 26 b. Nichtgeltung des § 74 Abs. 2 BetrVG...................................................... 27 II. Historische Entwicklung................................................................................. 28 1. Rationalisierungsschutzabkommen ............................................................. 28 a. Inhalt ......................................................................................................... 29 b. Entwicklung.............................................................................................. 30 c. Auswirkungen auf die §§ 111 ff. BetrVG ................................................ 31 2. Praxis der Betriebsschließungen in Ostdeutschland.................................... 32 a. Gewerkschaften als „Ersatzbetriebsrat“ ................................................... 32 b. Billigung durch das BAG......................................................................... 33 c. Zusammenhang zum Tarifsozialplan ....................................................... 34 3. Strategie des „Doppelten Sozialplans“ – Der Tarifsozialplan..................... 34 III. Problematik und Fragestellung ..................................................................... 35 1. Sperrwirkung der §§ 111 ff. BetrVG........................................................... 36 2. Firmentarifverträge trotz Verbandsangehörigkeit des Arbeitgebers ........... 36 3. Tarif- und arbeitskampfrechtliche Fragen ................................................... 37 4. Beeinträchtigung der Niederlassungsfreiheit, Art. 43 EG........................... 38 § 2 Verhältnis des Tarifsozialplans zu den §§ 111 ff. BetrVG........................... 39 I. Verhältnis von Tarif- und Betriebsautonomie ................................................. 39 Inhaltsverzeichnis 8 1. Tarifvorbehalt des § 77 Abs. 3 BetrVG....................................................... 40 a. Normzweck............................................................................................... 41 b. Anwendbarkeit auf Sozialpläne................................................................ 41 2. § 112 Abs. 1 Satz 4 BetrVG als Sondervorschrift für die Betriebsparteien 44 a. Inhalt ......................................................................................................... 44 b. Anwendungsbereich ................................................................................. 45 c. Geltung des Günstigkeitsprinzips............................................................. 46 II. Die Sperrwirkung nach bisheriger Rechtslage ............................................... 47 1. Benennung der Norm/Normengruppe ......................................................... 47 a. § 112 Abs. 1 Satz 4 BetrVG ..................................................................... 47...

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