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Aspekte der Textübersetzung Deutsch-Türkisch

Sergül Vural-Kara

Die Relevanz des übersetzungsmethodologisch fundierten Vorgehens beim Übersetzen wird in diesem Buch auf der Grundlage des Sprachenpaares Deutsch-Türkisch vor Augen geführt. Hierbei liegt der Fokus auf der Darlegung der bei der sprachlichen und kulturellen Interaktion durch Übersetzen zum Tragen kommenden Aspekte. Mit dem Anliegen eine Orientierungshilfe bei der Bewältigung von Übersetzungsschwierigkeiten zu leisten, werden spezifische Problempunkte beim deutsch-türkischen bzw. türkisch-deutschen Übersetzungsprozess erörtert. Die übersetzungsrelevanten Analysen stützen sich auf eine breit gefächerte Korpusgrundlage, durch die die Veranschaulichung und Prüfung übersetzungsrelevanter Überlegungen gewährleistet wird.

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3. Äquivalenz 25

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25 3. Äquivalenz Aus übersetzungswissenschaftlicher Perspektive stellt der Begriff Äqui- valenz einen zentralen Interessenspunkt dar. Die Bestimmung seiner Be- zugsweite und die Umsetzung theoretischer Auslegungen in die Praxis sind Gegenstand übersetzungsrelevanter Diskussionen. In den folgenden Abschnitten soll auf die Begriffsbestimmung eine Darlegung der Äquiva- lenzkategorien vorgenommen werden. 3.1 Der Äquivalenzbegriff aus übersetzungswissenschaftlicher Perspektive Ausgehend von der Äquivalenz als Bezugseinheit erfolgt in Abgrenzung zur kontrastiven Linguistik eine Kategorisierung der Übersetzungswis- senschaft: „Die Übersetzungswissenschaft untersucht die Bedingungen von Äquiva- lenz und beschreibt die Zuordnungen von Äußerungen und Texten in zwei Sprachen, für die das Kriterium der Übersetzungsäquivalenz gilt; sie ist Wissenschaft der parole. Die kontrastive Linguistik dagegen untersucht Bedingungen und Voraussetzungen von Korrespondenz (formaler Ähn- lichkeit) und beschreibt korrespondierende Strukturen und Sätze; sie ist Wissenschaft der langue.” (Koller 2004: 223) In der Praxis, also im Rahmen des Übersetzungsprozesses bedeutet dies, dass der Übersetzer unter den Entsprechungsvarianten, die das Inventar der betreffenden Sprache aufweist, diejenige ausfindig zu machen hat, die aufgrund der situativen Einbettung die geeigneteste ist: „Übersetzen ist grundsätzlich nur möglich, weil Äquivalenzbeziehungen zwischen den Sprachen auf der Ebene der „langue” (der Sprache als Sys- tem) bestehen. Unter den potentiellen Äquivalenten müssen beim Überset- zungsprozeß jeweils die optimalen Äquivalente auf der Ebene der „parole” (der aktualisierten Sprache) ausgewählt werden.” (Reiß 1986: 54) Einkalkuliert werden müssen bei der Bestimmung des Äquivalents meh- rere Faktoren: 26 „Äquivalenz soll beim Übersetzen hergestellt werden sowohl zwischen dem Gesamttext des Originals und der zielsprachlichen Version als auch zwischen...

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