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Voranschreitende Demokratisierung der Europäischen Union

Erfüllung des Demokratiegebotes aus Artikel 6 Absatz 1 des Vertrags über die Europäische Union durch das Europäische Parlament im Mehrebenen-System der Europäischen Union?

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Stefan Dettke

Das Europäische Parlament ist das Organ der Europäischen Union, welches über das höchste Maß an demokratischer Legitimation verfügt. Dies ist darin begründet, dass es das einzige Organ ist, dessen Mitglieder unmittelbar von den Bürgerinnen und Bürgern der Mitgliedstaaten der Europäischen Union gewählt werden. Doch gehen die dem Europäischen Parlament gewährten Befugnisse nicht mit dessen zentraler Rolle einher. Die Ausweitung des Mitentscheidungsverfahrens verschafft dem Europäischen Parlament die Stellung eines gleichberechtigten Mitgesetzgebers neben dem Rat und der Kommission der Europäischen Union. Zugleich fehlt dem Europäischen Parlament aber noch immer eine Gesetzesinitiativbefugnis im Bereich des sekundären Gemeinschaftsrechts. Doch wie steht es vor diesem Hintergrund um das Voranschreiten des in Artikel 6 Absatz 1 EUV verankerten Demokratiegrundsatzes in der Europäischen Union? Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Problem des Vorliegens eines Demokratiedefizits in der Europäischen Union ist umfangreich. Die Novität dieser Arbeit liegt darin, dass der Demokratiegrundsatz durch die Methodik der Auslegung von Artikel 6 Absatz 1 EUV sowie dem Rückgriff auf die Verfassungstraditionen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union konkretisiert wird. Im Zentrum steht somit die Frage, ob die dem Europäischen Parlament eingeräumten Befugnisse sowie dessen Stellung im Institutionengefüge einen Reformbedarf bei der demokratischen Legitimation der Europäischen Union begründen. Daran anschließend widmet sich die Arbeit dem Vertrag von Lissabon und untersucht, ob und inwieweit das geplante Vertragswerk zu einem Abbau des konstatierten Reformbedarfs und einem Voranschreiten der Demokratisierung der Europäischen Union beiträgt.

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Inhaltsverzeichnis

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A. Problemdarstellung ................................................................................................ 17 B. Stand der wissenschaftlichen Forschung ............................................................... 27 C. Gang der Untersuchung.......................................................................................... 30 Erstes Kapitel Der Demokratiegrundsatz in der Europäischen Union nach Maßgabe des Artikel 6 Absatz 1 Vertrag über die Europäische Union...................................... 33 A. Herleitung der Geltung des Demokratiegrundsatzes für die Europäische Union...................................................................................... 33 I. Der Demokratiegrundsatzes als völkerrechtliche Vorgabe ................................ 33 II. Die Vorschrift des Artikel 6 Absatz 1 Vertrag über die Europäische Union als Grundlage des Demokratiegrundsatzes der Europäischen Union ..................................................................................... 35 III. Die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs als Grundlage des Demokratiegrundsatzes ................................................................................ 35 B. Der Maßstab bei der Bestimmung eines europäischen Demokratiegrundsatzes .......................................................................................... 37 I. Die Wortlautauslegung....................................................................................... 37 1. Der Wortlaut des Artikel 6 Absatz 1 Vertrag über die Europäische Union .... 37 a) Das Demokratiegebot als "Grundsatz" der Europäischen Union ................. 38 b) Die Europäische Union "beruht" auf dem Grundsatz der Demokratie, "diese Grundsätze sind allen Mitgliedstaaten gemeinsam" .......................... 40 c) Das Merkmal der Demokratie als "bestimmter" bzw. "unbestimmter" Rechtsbegriff ................................................................................................. 42 d) Der Leitgedanke des Prinzips der "Volksherrschaft" ................................... 43 2. Ergebnis der Wortlaurauslegung des Artikel 6 Absatz 1 Vertrag über die Europäische Union..................................................................................... 45 II. Systematische Auslegung.................................................................................... 46 1. Die systematische Stellung des Artikel 6 Absatz 1 Vertrag über die Europäische Union........................................................................................... 46 a) Äußere Systematik der Vorschrift ................................................................ 46 aa) Die Vorschrift und ihre nähere Umgebung ............................................. 46 (1) Die Überschrift und die Struktur .......................................................... 46 (2) Der Abschnitt........................................................................................ 48 (3) Die Gliederung des Vertrags über die Europäische Union .................. 48 bb) Zwischenergebnis zur...

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