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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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3.2 Die Herausbildung der Flamencokunst 40

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40 3. 2 Die Herausbildung der "Kunst-Zigeuner-Kunst"88 Nicht nur in Andalusien selbst, auch auf das übrige Europa übte das Zigeunertum Ŕ oder was man dafür hielt Ŕ einen unwiderstehlichen Zauber aus.89 Die zahlreichen Reisenden, vor allem aus Frankreich und England, wollten nicht nur die orientalische Architektur in Andalusien bewundern, sie waren auch auf der nostalgischen Suche nach dem Althergebrachten und Ursprünglichen, das in Spanien mit seiner wirtschaftlichen Rückständigkeit noch zu finden und im eigenen Lande durch die fortschreitende Industrialisierung im Verschwinden begriffen war. Unter der Regierungszeit von Ferdinand VII. (1814 Ŕ 1833) war Spanien mit repressiven Mitteln weit in der Zeit zurückgedrängt worden, während das übrige Europa sich weiter industrialisierte. Gerade das machte aber auf dem touristischen Sektor seine Attraktion aus: Nach Ferdinands Tod existierten in Spanien noch Verhältnisse, die den Reisenden "exotisch" vorkommen mussten und die Romantiker besonders anzogen. Aus dieser Zeit haben wir ungezählte Reisebeschreibungen, meist von französischen oder englischen Touristen, die sich auch die Show der "Spanischen Nationaltänze" nicht entgehen ließen. Diese waren in den Tanzakademien zu besichtigen, die schnell begriffen, dass sich damit Geld verdienen ließ90. Aus den öffentlichen Proben entwickelten sich die "salones", in denen dann neben den immer professionelleren Dar- bietungen auch Wein und Tapas geboten wurden. Noch waren diese Tänze nicht allzuweit von den Ballett-Tänzen91 entfernt, den cachuchas und boleros wie sie z.B. in Paris dargeboten wurden; allerdings werden als Besonderheit von den (fast nur männlichen) Touristen stets das...

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