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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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6.1.5 Die Struktur der Sammlung 70

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70 Es stellt sich heraus, dass sich viele Texte, die im Flamenco heute noch gesungen werden, bereits bei Fernán Caballero finden, so z.B.: Yo me enamoré de noche y la luna me engañó; otra vez que me enamore será de día y con sol. FC 352 Ohne Veränderung finden wir diesen Text bei Orozco/Bañuls (S. 526), wie auch viele andere. Die Texte, die den Sprung aus der volkstümlichen Lyrik in den Flamenco geschafft haben, sind nicht verändert worden. Es scheint mir daher durchaus gerechtfertigt, diese Sammlung aus "präŔ flamenkischer" Zeit für meine Untersuchung mit hinzu zu ziehen. 6.1.5 Die Struktur der Sammlung. Fernán Caballero wird manchmal der Vorwurf gemacht, dass sie nicht, wie später Rodriguez Marín oder Torner, den Versuch gemacht habe, ihre gesammelten Texte in einen allgemeinen literarischen Zusammenhang zu bringen193. Das lag nicht in ihrer Absicht, auch war sie keine Philologin. Sie hat auch nicht versucht, die "Fundstücke" innerhalb der jeweiligen Sparte zu ordnen; bei den Sparten geben manchmal die Themen den Zusammenhang (sentenciosas, amorosas tristes, amorosas,…), manchmal die Berufsschicht (de estuŔ diantes, de soldados…); manchmal ist die Form der Interpretation ausschlaggebend (de bolero), manchmal stehen längere balladenartige Gebete neben kurzen Weihnachtsliedern; die Fünf- und Sechssilber der `seguedilla´ stehen vermischt mit den Achtsilbern. Die Sammlung wirkt wie ein Kuriositätenkabinett, mehr zum ergötzlichen Lesen als zu philologischer Arbeit gedacht194. 193 (Postscriptum von Antonio Machado "Demófilo" in: Rodriguez Marín, Bd. V, S. 147)...

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