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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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6.2.5 Absicht und Programm 74

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74 6.2.5 Absicht und Programm. Vor allem ist Demófilo bemüht, dem schlechten Renommee, das der Flamenco hatte, entgegenzuwirken. Daher trennt er strikt zwischen "Flamenco" und "Cante jondo". Aufgenommen hat er nur den cante jondo, also das, was er in den folgenden palos gesungen hörte: Soleares, seguiriyas, polos y cañas, martinetes, tonás y livianas, deblas und peteneras, dazu in dem Repertoire des Sängers Silverio Franconetti die serranas. Alles, was in seinen Augen unter die pejorative Bezeichnung "Flamenco" fällt Ŕ also alle anderen palos, - hat er von vorne herein eliminiert. Von Schuchardt wurde Machado schon damals die Inkonsequenz der Einteilung in palos vorgeworfen202, denn damit wurde ein musikalisches Kriterium zur Unterscheidung geschriebener Texte herangezogen. Wenn man von dem Sonderfall der Seguiriyas einmal absieht, ist an der äußeren Textform die Melodie, nach der sie üblicherweise gesungen werden, nicht abzulesen. Deshalb können problemlos auch GrenzüberŔ schreitungen der palos stattfinden, d.h. der gleiche Text kann z.B. sowohl als tango flamenco wie als bulería gesungen werden, - was auch heute vorkommt - obwohl er mit einem anderen Rhythmus unterlegt wird. Noch leichter gestaltet sich der Übergang von einer soleá zu einer alegría, die beide im Zwölfer-Rhythmus gesungen werden. Machado selber räumte ein, dass Schuchardt recht hätte, fand aber keine bessere Einteilung. Auch der Raster von "jondo" oder "nicht-jondo" ist überaus pro- blematisch, da dieses nicht vom Text abhängt, sondern von der Interpretation (also der momentan benutzten Melodie) bzw. von dem...

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