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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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1.9.2 Der Mond 138

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138 Yo nasí blanco, y diré la causa de ser moreno: estoy adorando a un sor, y con sus rayos me quemo. RoMar Alma 91 1.9.2 Der Mond Als Schönheitsideal für beide Geschlechter existierte der Vergleich mit dem Mond schon in dem alten indischen Schöpfungsmythos des Kalikapurana. Brahma erschafft die Göttin der Morgenröte, ihre Schönheit wird unter anderem beschrieben durch: "Ihr mondrundes Antlitz glich einer purpurnen Lotosblume"; sodann erschafft Brahma den Liebesgott, von dem es heißt, er habe ein "mondgleiches Gesicht mit der zierlichen Nase, von dunklen Locken umwallt". 388 Im indischen Tanz ist die Handgebärde (sog. "hasta") "alapadma" die- selbe für u.a. "voller Mond", "Mond" und "Schönheit"389; eine andere Handgeste, "candrakalā", bedeutet sowohl "Mondsichel" wie "Gesicht"390. Im arabischen Andalusien wurden nicht nur die Frauen, sondern auch die jungen Männer in homosexuellen Beziehungen mit dem Mond verglichen.391 Es kann sich deshalb offensichtlich weniger um die Affinität des Mondzyklus zum Menstruationszyklus handeln als vor allem um einen ästhetisch-visuellen Vergleich, ungeachtet, ob es sich um Frauen oder Männer handelt. In einer Gesellschaft, in der die Homosexualität tabu ist, bleibt der Vergleich mit dem Mond freilich den Frauen vorbehalten392. In den Flamencoliedern finden wir: Mi noche y mi día mi lunita clara, con lo mucho que yo a tí te quiero te fuiste sin volver la cara. OrB 412 Es tu cara la luna, la redondita, y tus ojos luceros que la visitan. FC 277 388...

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