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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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2.4 Die Ehe, negativ gesehen 164

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164 2.4 Die Ehe, negativ gesehen Eine breite Strömung von Liedern der Mädchen, die wohlweislich nicht heiraten wollen, oder der schlecht verheirateten Frauen gibt es in der älteren spanischen (und französischen) Literatur - die "canciones de la mal maridada" (bzw. "chansons de la mal marieé"). Frenk führt einen alten Text an: Soy casada y bivo en pena: ¡oxalá fuera soltera! Frenk 103 Frenk führt für das Thema "No quiero marido, no" sieben Belege an (215 Ŕ 222), für "Soy casada y vivo en pena" einundzwanzig (223 Ŕ 244).428 Von Gil Vicente (1460? Ŕ 1536) gibt es ein Lied:" Dicen que me case yo: /no quiero marido, no (…) Madre, no seré casada/ por no ver vida cansada,/ (…)" 429 Es war offensichtlich ein Thema, welches literarisch von Männern bearbeitet wurde wie aus der Perspektive von Frauen. Aus Männersicht wird das Thema des jungen Mädchens, das man mit einem unpassenden Mann verheiratet hat, behandelt von Gaspar de Aguilar (1561 Ŕ 1623): "Lástima tengo de veros,/ la blanca niña,/ pues el cielo os ha guardado /tal desdicha."430 Ein Widerhall dieses Themas finden wir in der Flamencostrophe: ¡Blanquita como la nieve! Qué lástima de gachí ¡Que otro gachó se la yebe! Demof. 33 Wir finden ähnliche Texte der schlecht Verheirateten heute: ¡Soleá y más solea! La mujer es la que pierde Que el hombre no pierde ná. Schuchardt, 280 Maldito mi afán, ¡mejor me estaba soltera! Quien no quiera...

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