Show Less

Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

Prices

See more price optionsHide price options
Show Summary Details
Restricted access

4.8 "Tu madre" statt " mi suegra" 249

Extract

249 Déjate de tonterías que tú te vas con tu madre y yo me voy con la mía. OrB 95 Der Streit kann aber auch kulminieren und in einem Fluch enden. Die Verwünschung der Mutter ist das Schlimmste, was denkbar ist. Die Drastik lässt nichts zu wünschen übrig: Del cielo caigan candelas, le caiga´ encima a tu madre por tener maligna lengua. OrB 96 Der sielo caiga una bala, Parta a mi suegra por er medio Por que me da mala fama. Demof 39 So ein direkter Angriff ist ungewöhnlich, er ist überhaupt nur möglich, weil es sich um "deine" Mutter handelt, was bedeutet, dass es mit Sicherheit die Mutter des Mädchens ist. Wenn es sich um "meine" Mutter handelt, also die Mutter des Mannes, gilt ein Streit als Todsünde: Peleaste con mi madre, eso fue un pecao mortal le levantaste la mano, tú pa´ mi estabas de más. OrB 436 Sabiendo que estaba muerta maldeciste a mi madre; anda y vete, mala sangre582 que a los muertos no se mienta, lo que se hace es rezarles. OrB 588 4.8 "Tu madre" statt "mi suegra". In der Sammlung von Fernán Caballero finden sich noch ein paar Strophen über die "suegra", ganz im konventionell-misogynen Stil. In den Flamencoliedern hingegen taucht die Bezeichnung "suegra" sehr selten auf. Der eine Grund mag darin liegen, dass der Flamenco, wie oben schon besprochen, möglichst alle Hinweise auf bürgerliche FamilienverhältŔ nisse...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.