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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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5. Das negative Frauenbild

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5.1. Die verachtete Frau 5.1.1. Die dumme Frau. Selten wird im Flamenco etwas über eine dumme Frau gesagt. Ausdrücklich auf die Dummheit bezieht sich nur ein Text: Tonta tú, tonta tu madre, tonta tu abuela y tu tía, ¿cómo quieres que te quiera si eres de la tontería? OrB 498 Die Formulierung "tontería" ist hier analog zu dem manchmal in den Strophen evozierten Maurenland, die "morería"584, gebildet: Die Frau kommt sozusagen aus dem "Dummheitsland". - Die Wichtigkeit der Aszendenz ist offensichtlich. Bemerkenswert ist, dass alle genannten Dummen weiblichen Geschlechts sind. Begriffsstutzigkeit wird dem Mädchen vorgeworfen - (die Kathedrale pflegte das hervorstechendste Bauwerk zu sein, oben auf dem Hügel in der Mitte des Ortes ): Chiquiya, ¿cómo estás tú, Que la catreá no bes? ¿Quiés que te ensienda la lú?585 Demof. 38 Chiquiya, ¡cómo t´has puesto, Que no bes la catreá Ni tampoco er morumento! Demof. 38 Sanfter in seinem Tadel über die Dummheit der Frau verfährt der Mann im folgenden Text: Eres chiquita inocente, Eres pícara tontona, como sabes que bien te camelo, te quieres hacer persona. OrB 345 Die offenbar noch sehr junge Frau glaubt, sie sei durch den Mann, der ihr zugetan ist, nun selber aufgewertet. Die Reaktion des Mannes, der die Ursache für ihren Stolz ist, ist eigenartig: er weist sie zurecht. Nicht 584 Ebenso werden die maurischen Viertel "morerías" genannt; s. Borrow, 1999, S.67 585 Variation in OrB...

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