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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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7.6 Musik in der Literatur: Darstellungsformen 167

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167 Das Signifikat wird als Konzept verstanden, dass in der Musik jedoch über- wiegend intra-musikalischen Bezug hat und auf Formen, Harmonien oder Me- lodien Bezug nimmt. Allein für den Bereich der Instrumentalmusik gibt es hier verschiedene Betrachtungsweisen, wie sie die detaillierte Untersuchung von Jean-Jacques Nattiez vorgelegt hat.811 Die Musik des Barock kannte klare Bezü- ge durch ihre rhetorischen Figuren. Erst um 1800 änderte sich dieses Verständ- nis hin zu einem für sich geltendem Werk. Trotz der Tendenz Musik referentiel- le Bezüge zuzusprechen, ist eine totale Übersetzbarkeit von Musik in Literatur nicht möglich, statt einer direkten Relation kann von einer „mittelbare[n] Inter- pretation via das Konzept“ 812 gesprochen werden. 7.6 Musik in der Literatur: Darstellungsformen Der folgende Abschnitt widmet sich zunächst der Eingrenzung der musicalizati- on of fiction und seiner Bedingungsfaktoren. Die anschließende Einordnung mu- sikalischer Merkmale in der Erzählliteratur im Spektrum von Thematisierung und imitatorischen Versuchen zeigt die Möglichkeiten der praktischen Umset- zung in der Prosa auf. 7.6.1 Zentrale Kriterien einer musicalization of fiction in der Dichotomie zwischen manifesten und intermedialen Kontakten In Anbetracht vielfältiger Fallstricke wurden Richtlinien notwendig, die ein Er- klären vorliegender musikalischer Determinanten ermöglichen. Dem haben sich mehrere einflussreiche Forscher gewidmet. Die Frage, wie sich Musik in der Li- teratur manifestiert und ein legitimer Forschungsgegenstand sein kann, wurde durch das grundlegende Werk von Calvin S. Brown Music and Literature: A Comparison of the Arts 1948 einer ersten Betrachtung unterzogen. Brown hat als Pionier...

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