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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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8.6 Zusammenfassung 227

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227 das Äquivalent des Themas A dar, das durch insgesamt neun Traumsequenzen episodisch unterbrochen wird. Die rekurrierenden Sequenzen bilden den Refrain und stehen für die Suche nach dem autonomen Selbst in wiederkehrenden und doch unterschiedlichen Traumsequenzen. Eine weitere musikalisch-literarische Analogie lässt sich herstellen. So wie der musikalische Refrain symmetrisch angelegt ist,1089 ist die Handlung linear aufgebaut. Timothys Visionen heben sich demgegenüber deutlich ab. Die der Realität verhaftete Erzählinstanz ist aufgehoben, der Romanheld besucht die un- terschiedlichsten Orte in verschiedenen Jahrhunderten. So wie die musikalischen Couplets (die Formteile B C D usw.) nicht symmetrisch, sondern nach dem Fortspinnungsprinzip aufgebaut sind1090, wird hier das Thema spielerisch verar- beitet. Diese Bereiche sind wie in der Romanhandlung lebhaft und voller Imagi- nation, während Timothys Adoleszenz in den ungeraden Kapiteln überwiegend monoton und frustrierend verläuft.1091 Die Vorstellung des Vaters, „the convicti- on that the power to transcend the limitations of this ‚fallen world’ does not lie in the indivdiual, but is rather a question of ‚transhistorical connectedness’“1092, erfüllt sich weder für den Vater noch für den Sohn. Das Individuum ist einer ziellosen Welt ausgesetzt, deren Handlungsverlauf prinzipiell unbegrenzt und offen ist. Eben dies gilt auch für das barocke Kettenrondo.1093 Somit ist ein zent- rales Element der musicalization of fiction für den Roman English Music gege- ben. Jenseits einer Thematisierung der Musik findet der Versuch einer Imitation von Form- und Strukturparallelen in der Erzählung statt, in diesem Fall die Nachahmung des...

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