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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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9.6 Formen struktureller Analogiebildung 256

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256 gelebt und gearbeitet hat. Als er nach zehn Jahren Wien für ein Konzert wieder besucht und in ein Hotel am Schubertring wohnt, geht er abends durch die Stra- ßen und versucht, die Stadt wie Schubert zu betrachten (vgl. AEM, 294). Er ach- tet intensiv auf die Umgebungsgeräusche: „What does Schubert make of these noise?“ (AEM, 295). Zentrales Werk auf dieser Reise stellt das Klavierquintett in A (D 667) dar, genannt Forellenquintett, dass zu den bekanntesten Werken Schuberts zählt. Es ist von einem heiteren, unbekümmerten Duktus bestimmt, dass die Entstehung des Werkes während einer tiefen Lebenskrise Schuberts nicht verrät.1229 Dieses Werk kann demnach als indirekte musikalische Thematisierung seiner psychi- schen Disposition interpretiert werden. Michael spielt im Konzert die erste Vio- line und hätte das Werk einmal beinahe gemeinsam mit Julia musiziert (vgl. AEM, 281). Während des Konzertes halluziniert Michael, dass Franz Schubert, sein Geigenlehrer Carl Käll und Mrs Fromby im Publikum sitzen. Er kann auf- grund seines labilen Zustandes der Musik kaum folgen. Whose is this lovely light torch? It is the cello; he has closed his eyes. My ears cut out on me, I cannot hear, but I know these agile fingers have possession of the piece. Their into- nation is perfect. The fingers are mine, the board on which they dance is of ebony. This silence I hear, is this what she is confined to? The attendant ghosts press down on me […]. (AEM, 307) Durch Erinnerungen und Lampenfieber aufgew...

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