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Diversity-Kompetenz in der Erziehungswissenschaft

Eine Strategie zur Umsetzung von Gleichstellung im Zusammenhang mit der aktuellen Hochschulreform

Doris Klappenbach

Entsprechende Motivation der Beteiligten beschleunigt Prozesse. Dies gilt in besonderem Maße für die aktuelle Bildungsreform. Mit der Planung, Entwicklung und Struktur von Studiengängen beschäftigten Kommissionen, Dekanaten und Hochschulleitungen wird hier eine Planungs- und Artikulationshilfe angeboten: Auf Basis der Untersuchung konkreter Lehrinhalte der Erziehungswissenschaft an der Freien Universität Berlin wird anhand eines kooperativen Curriculums für Diversity-Kompetenz exemplarisch gezeigt, wie der Weg zu einer erfolgreichen Studienreform aussehen kann. Lehrenden und Lernenden, TrainerInnen, ReferentInnen und WeiterbildungsinteressentInnen wird ein Überblick über Diversity Managemant als Lehr- und Lerninhalt, über Konzepte für integrative Mediationsausbildung, die Vermittlung von mediativer und interkultureller Kompetenz erstellt.

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9 Schlussbetrachtung: Strategische Perspektiven zur Umsetzung von Gleichstellung im Zusammenhang mit der aktuellen Hochschulreform 287

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287 9 Schlussbetrachtung: Strategische Perspektiven zur Umsetzung von Gleichstellung im Zusammenhang mit der aktuellen Hoch- schulreform „Gesellschaftliche Bildungskonflikte werden i. d. R. auf einer politischen Rechts-Links-Achse interpretiert. Ver- einfacht: hier "Chancengleichheit und Integration", dort "Auslese und Leistungssteigerung durch Begabten- und Eliteförderung". Doch auch das politisch herrschende Lager ist schon längst kein homogener Block mehr. Inner- halb desselben entwickeln sich zunehmend Hegemonie- und Deutungskonflikte. Bei diesen geht es um den Grad und den Modus von sozialer Selektion. Auf der einen Seite sind die traditionellen Konservativen zu verorten, für die das dreigliedrige Schulsystem einen geradezu naturwüchsigen und "artgerechten" Status hat. Die designierte Bundesbildungsministerin, Anette Schavan, ist entsprechend ihrer bisherigen Praxis eindeutig dieser Strömung zuzuordnen. Auf der anderen Seite fordern neoliberale Agenturen und Think Tanks, dass die soziale Basis des zu qualifizierenden Humankapitals verbreitert werden muss. McKinsey oder Hans Werner Sinn (IFO Institut München) plädieren etwa für eine Einheitsschule nach skandinavischem Vorbild. Dem liegt eine Auffassung zu- grunde, derzufolge das dreigliedrige System zuviel potentielles Humankapital aus dem ökonomischen Verwer- tungshorizont ausschließt. In ähnlicher Richtung argumentiert auch zunehmend das Institut der deutschen Wirt- schaft (IdW), die eigentliche Denkfabrik der hiesigen Industrie. Um nicht missverstanden zu werden: Ich behaupte keineswegs, dass wir uns mit diesen Kräften einfach "verbünden" können. Es ist lediglich der Hinweis, dass a) politische Kräfteverhältnisse labiler und unabgeschlossener sind als es häufig erscheint und b) Widersprüche und Risse im herrschenden Lager genutzt werden können, um...

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