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Die Anatomie der Azteken

Bernardino de Sahagúns anatomischer Bericht aus dem "Codex Florentinus</I>, Buch 10, Kapitel 27

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Uta Berger

Bereits die Azteken hatten ein differenziertes Wissen von der menschlichen Anatomie. Es war der Franziskanermönch Bernardino de Sahagún, der im 16. Jahrhundert die Kultur des vorspanischen Mexikos dokumentierte, und zwar in aztekischer Sprache. Sein berühmter Codex Florentinus enthält jenen Bericht zur Anatomie, der diesem Buch zugrunde liegt. Übersetzung und Analyse des aztekischen Textes sowie die Auswertung der im Codex enthaltenen Abbildungen vermitteln ein aus heutiger Sicht verblüffendes Körperkonzept, welches an altweltliche und biblische Ideen erinnert und doch frei ist von religiösen Vorstellungen jedweder Art. Für Ethnologen und Mediziner dürfte die Lektüre ebenso gewinnbringend sein wie für Historiker und Linguisten.

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Zusammenfassung 9

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9 Zusammenfassung Die Studie befaßt sich mit dem anatomischen Wissen der indigenen Bevölkerung von Mexiko vor der spanischen Eroberung und zur Zeit der frühen Kolonialzeit. Der Fran- ziskanermönch Bernardino de Sahagún (1499 - 1590) schrieb ein umfassendes Werk über das Leben und die Kultur der Azteken. Er überarbeitete, ergänzte und korrigierte seine Aufzeichnungen über viele Jahre, so daß verschiedene Fassungen seines Werkes als Manuskripte überliefert sind. Eine vollständige Fassung seiner Aufzeichnungen ist im C. Florentinus erhalten, der „Historia general de cosas de Nueva España“, datiert um 1579. Er ist in aztekischer Sprache zusammen mit einer spanischen Übersetzung niedergeschrieben. Das Kapitel 27 des 10. Buchs des C. Florentinus enthält ein anatomisches Kompendium. Sahagún hat diesen Abschnitt wohl überarbeitet, wie die eingesetzten spanischen Überschriften erkennen lassen. Er hat jedoch keine Übersetzung des aztekischen Textes angefertigt. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Die Studie legt eine neue Übersetzung des anatomischen Textes vor mit ausführ- lichen Fußnoten zur Übersetzung und zu anatomischen Fragen. Die Bedeutung ein- zelner Begriffe, zu denen keine gleichwertige Vokabel in der europäischen Nomen- klatur existiert, wird analysiert und der anatomische Inhalt wird erörtert. Im Diskurs wird jeder der 14 Paragraphen inhaltlich geprüft und umstrittene Aussagen und un- klare Begriffe studiert und erläutert. Bilddokumente und plastische Kunstwerke wer- den als Anschauungsmaterial herangezogen und Sahagúns Illustrationen gegen- übergestellt. Die ersten anatomischen Notizen, wie sie Sahagún im Códice matriten- se en la...

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