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Das Causaproblem im deutschen Bereicherungsrecht

Eine rechtshistorische Untersuchung

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Guangyu Fu

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Causaproblem im deutschen Bereicherungsrecht. Sie strebt dabei nicht nach einer einheitlichen Begriffsbestimmung der causa, da ein solcher Versuch im Gebiet des Bereicherungsrechts weder vernünftig noch möglich wäre. Vielmehr liegt das Ziel dieser Arbeit darin, durch eine rechtshistorische Untersuchung die dogmatische Bedeutung des Tatbestandsmerkmals sine causa zu beleuchten. Es wird dargelegt, wie der Causabegriff ursprünglich in das Bereicherungsrecht eingedrungen ist, wie die Wortgruppe sine causa entstanden ist, welche Bedeutungswandlung und Erscheinungsformen sie in der weiteren Entwicklung erlebt hat, und was für eine Haltung die heutige Dogmatik gegenüber den vorigen Causalehren einnimmt.

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Kapitel 4. Das Causaproblem im Bereich des Bereicherungsrechts im 19. Jahrhundert 53

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53 Kapitel 4. Das Causaproblem im Bereich des Bereicherungsrechts im 19. Jahrhundert Im Vergleich zu den vorigen Epochen hat das 19. Jahrhundert mit uns eine engere Beziehung. Die Vorschriften über das Bereicherungsrecht im BGB wurden von den Dogmen der historischen Schule bzw der Pandektistik stark geprägt. Die heutige bereicherungsrechtliche Dogmatik geht meistens von der Bereicherungskonzeption von Friedrich Carl von Savigny aus. Die Theo- rie der Pandektistik ist auch heute nicht in Vergessenheit geraten. Was das Causaproblem angeht, so bietet das 19. Jahrhundert viele heuristische The- sen, die heute noch von Bedeutung sind. I. Causatheorie in der Bereicherungslehre von Savignys A. Methode von Savignys Als der Begründer der historischen Schule zeichnet sich Savigny methodisch durch eine historisch-systematische Rechtswissenschaft aus.265 Die Bilanz der historischen Schule bzw. von Savignys Denken liegt mit Wieacker in der Aktualisierung der römischen Tradition einerseits und der Positivierung des Naturrechts andererseits.266 Dies schlägt sich auch in seiner Bereicherungs- lehre nieder. 1. Historische Orientierung Schon die Bezeichnung „Historische Schule“ verweist auf die historische Orientierung Savignys. Für ihn wächst alles Recht „organisch“ wie „Sprache, Sitte, Verfassung“, und so kann die Rechtswissenschaft das Recht auch nur „geschichtlich“, als organisch Gewordenes, erfassen. Die Rechtswissen- schaft ist folgerichtig eine geschichtliche Wissenschaft.267 In diesem Aspekt tritt Savingy der Idee des „Naturrechts“ entgegen. Die historische Orientierung bei Savigny wird deutlich in seiner Rück- wendung zum antiken römischen Recht. Nach seiner Meinung haben Glos- satoren, Kommentatoren und auch der Usus Modernus das römische Recht entstellt. Das allein...

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