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Die strafrechtliche Bedeutung von Doping

de lege lata und de lege ferenda

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Moritz Glocker

Die Arbeit zeigt bestehende Möglichkeiten der Sanktionierung des dopenden Athleten sowie der sonstigen Beteiligten auf und geht auf prozessuale Besonderheiten und zu erwartende Konsequenzen bei der Schaffung eines Anti-Doping-Gesetzes ein. Der Verfasser kommt zu dem Schluss, dass Doping durch das Anspruchsdenken der Leistungsgesellschaft gefördert wird und dopende Athleten dabei Täter und Opfer sind. Durch Doping drohen den Athleten bereits jetzt strafrechtliche Sanktionen unter anderem wegen Betruges. Die am Doping Beteiligten können sich in erster Linie wegen Körperverletzung strafbar machen, da eine Einwilligung des Athleten in eine dopingbedingte Körperverletzung nicht möglich ist. Weitere legislative Bemühungen im Kampf gegen Doping stoßen beim Verfasser dagegen auf erhebliche Bedenken.

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3. Teil: Doping im Lichte des Sport- und Zivilrechts 119

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Sportrechtliche Konsequenzen 119 3. Teil: Doping im Lichte des Sport- und Zivilrechts A. Sportrechtliche Konsequenzen Angesichts der strafrechtlichen Ausrichtung dieser Arbeit sollen die im Folgenden genannten sportrechtlichen Folgen von Doping lediglich im Grundsätzlichen genannt werden. Da dieser Bereich für sich alleine bereits Bücher zu füllen imstande ist, soll nur ein Einblick in die bestehenden Möglichkeiten gegeben werden. Für eine Vertie- fung sei auf die zahlreichen Abhandlungen der entsprechenden Fachliteratur verwie- sen.893 Generell sind unter dem Begriff „Sportrecht“ sämtliche Bereiche des Sports zu verstehen, die in erster Linie durch die von den einzelnen Verbänden oder Verei- nen erstellten Regelwerke normiert sind. Verbände und Vereine sind nach der aus Artikel 9 I GG resultierenden Verbandsautonomie befugt, eigenes Recht zu setzen und dieses auch im Rahmen einer Verbandsgerichtsbarkeit, die grundsätzlich die erste Stufe innerhalb einer dreistufigen Sportgerichtsbarkeit894 darstellt und die über Verstöße gegen verbandsinterne Regeln entscheidet,895 anzuwenden.896 Diese Befugnis umfasst auch die Verhängung von Strafen gegen einzelne Mitglieder des Verbandes.897 Spätestens seit dem ersten Bundesligaskandal um gekaufte Spiele und manipulierten Klassenerhalt im Jahre 1971 ist auch der breiten Öffentlichkeit bekannt, dass diese Verbandsgerichte entsprechend ihrer Regelwerke auch Sankti- onen verhängen dürfen.898 Für Verstöße gegen geltendes Dopingreglement gilt nichts anderes. Über in diesem Zusammenhang zu verhängende Sanktionen ent- scheidet die Sportgerichtsbarkeit.899 In der Regel existieren zwei Möglichkeiten von Sanktionen, die getrennte Ziele verfolgen und an unterschiedliche Voraussetzungen geknüpft sind. Erstens Disquali- fikation vom...

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