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Die strafrechtliche Bedeutung von Doping

de lege lata und de lege ferenda

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Moritz Glocker

Die Arbeit zeigt bestehende Möglichkeiten der Sanktionierung des dopenden Athleten sowie der sonstigen Beteiligten auf und geht auf prozessuale Besonderheiten und zu erwartende Konsequenzen bei der Schaffung eines Anti-Doping-Gesetzes ein. Der Verfasser kommt zu dem Schluss, dass Doping durch das Anspruchsdenken der Leistungsgesellschaft gefördert wird und dopende Athleten dabei Täter und Opfer sind. Durch Doping drohen den Athleten bereits jetzt strafrechtliche Sanktionen unter anderem wegen Betruges. Die am Doping Beteiligten können sich in erster Linie wegen Körperverletzung strafbar machen, da eine Einwilligung des Athleten in eine dopingbedingte Körperverletzung nicht möglich ist. Weitere legislative Bemühungen im Kampf gegen Doping stoßen beim Verfasser dagegen auf erhebliche Bedenken.

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7. Teil: Ausblick, Lösungsansatz und Ergebnisse 313

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Ausblick 313 7. Teil: Ausblick, Lösungsansatz und Ergebnisse A. Ausblick Solange es Leistungssport in der heutigen, auf Rekorden und Höchstleistungen basierenden Wettkampfform gibt, wird es auch immer Doping geben,2070 denn Do- ping ist dermaßen tief im derzeitigen Sportsystem verwurzelt, dass es einer vollstän- digen Abkehr von diesem Wertungssystem bedarf, um die daraus resultierenden Anreize für Doping bei sämtlichen Athleten zu unterdrücken. Daher ist es eine „Illusi- on anzunehmen, der Kampf gegen Doping könne gewonnen werden. Geld und Ehrgeiz sind stärker“.2071 Gleichzeitig aber würde es ein neues Sportsystem, das vom heutigen Leistungsdenken und der unverhältnismäßigen Honorierung des Siegers abrückt, schwer haben, vergleichbare Attraktivität zu erreichen. Denn Medien und Öffentlichkeit wollen genau das sehen, was ihnen das bestehende System bietet: spektakulärere Wettkämpfe, zunehmende Leistungsdichte sowie eine regelmäßige Verbesserung der geltenden Rekorde. Dass die seitens der Öffentlichkeit in jüngster Zeit wieder vehementer vorgetragenen Forderungen eines sauberen Wettkampfes und ehrlicher Leistungen diesem Leistungsdenken diametral entgegenstehen, stört die meisten nur dann, wenn wieder ein neuer Dopingskandal aufgedeckt wird. So- lange jedoch keine Dopingfälle in Erscheinung treten, wird das sportliche Treiben von vielen zwar mittlerweile skeptisch betrachtet und hinterfragt, zu einer Veränderung der Anschauung und den dadurch an die Athleten gestellten Anforderungen kommt es jedoch nicht. Da der Sport aber ein Wirtschaftsbereich geworden ist, in dem jährlich Milliarden umgesetzt werden und dem selbst unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Dopingproblematik die besten...

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