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Infinite Kontrastive Hypothesen

Beiträge des Festsymposiums zum 60. Geburtstag von Irma Hyvärinen

Edited By Leena Kolehmainen, Hartmut E. H. Lenk and Annikki Liimatainen

Diese Beiträge, die auf dem Festsymposium zum 60. Geburtstag für Irma Hyvärinen gehalten wurden, betreffen die Arbeitsschwerpunkte der Jubilarin: Grammatik, Wortbildung, Phraseologie, Lexikographie, Sprachdidaktik, Übersetzungswissenschaft und kontrastive Linguistik. Die zehn Autorinnen und Autoren befassen sich mit der valenzorientierten Beschreibung der Syntax und des Wortschatzes, den Prinzipien, die der Bildung und dem Gebrauch der Substantive zu Grunde liegen, der Überarbeitung der «Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache» von Fleischer/Barz und einem bemerkenswerten, illustrierten Lernerwörterbuch des 17. Jahrhunderts. Außerdem beschäftigen sie sich mit einer innovativen Methode zur Erforschung des Übersetzungsprozesses, Wunsch- und Anlassformeln im Deutschen und Finnischen, und schließlich mit der intensiven Beziehung, die Alexander von Humboldt mit Frankreich verband.

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Valenz

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und Inkorporation Hans-Werner Eroms 1. Valenz und Morphologie Der Valenzbegriff ist seit seiner Formulierung durch Lucien Tesnière unbestrit- ten der tragende Begriff für die Organisation des Satzes. Daran kann auch die vielfältige Kritik nichts ändern, die auf die möglichen Unschärfen des Konzep- tes hinweist und eine striktere Festlegung zumindest auf eine logische, semanti- sche oder syntaktische Ebene einfordert. Im Gegenteil zeigen bereits diese Be- züge zu den Schichtungen des Satzes, dass überall die Grundvorstellungen von hierarchischer Bindung angewendet werden können. Dies gilt für die verbale Valenz als den Eckstein im Bau des Satzes, aber auch für die anderen Valenzen, die nominalen oder die der Funktionswörter, die über und unter dem Verb anzu- siedeln sind. Alle diese Bindungsverhältnisse aber machen an der Wortgrenze halt. Vernachlässigt sind dabei die Bezüge unterhalb der Wortebene. Oder mit anderen Worten: die morphologische Ebene wird weitgehend sich selbst über- lassen. Eine Ausnahme sind u. a. Korhonen (1985), Eichinger (1995), Järven- tausta (2000) und Harnisch (2003), die auf die Zusammenhänge zwischen Satz- und Morphemstrukturen unter valenzieller Perspektive eingehen. Sonst aber stellt für die „klassische“ Valenzgrammatik die Wortgrenze ein Stoppschild bei der Verfolgung der syntaktischen Bezüge dar. Die verschiedenen Morpheme des Verbs dürfen aber nicht außer Acht gelassen werden. Infinitive, Imperative und Wortwurzel, Partizipien und voll flektierte Formen nutzen die Valenzpotenz des Verbs in ganz unterschiedlichem Maße. In meiner Syntax (Eroms 2000: 119– 170) habe ich versucht, dies...

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