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Bilder Indiens in der deutschen Literatur

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Edited By Manfred Durzak

Die Vorträge eines internationalen Symposiums, das unter dem Titel «Indien in den deutschsprachigen Literaturen – Wahrnehmungsperspektiven» im Herbst 2009 an der Deutschabteilung der Banaras Hindu University in Varanasi veranstaltet wurde, stehen im Mittelpunkt dieses Bandes. Gleichzeitig wurde das Themenspektrum durch eine Reihe von zusätzlichen Studien ergänzt, die zentrale Auseinandersetzungen deutscher Autoren mit der Kultur und Gegenwart Indiens aus interkultureller Perspektive behandeln. Das literarische Untersuchungsfeld reicht von Autoren der literarischen Tradition wie Alfred Döblin, Mircea Eliade oder Elias Canetti bis hin zu Autoren der Gegenwart wie Josef Winkler, Ilija Trojanow, Ulla Lenze oder Thorsten Becker. Deutschsprachige Literaturwissenschaftler kommen zu Wort, aber auch namhafte indische Kritiker und Philologen sind an dem Band beteiligt. Es entsteht solcherart ein vielperspektivisches Bild Indiens, das das reiche kulturelle Erbe Indiens registriert, aber durchaus auch auf die Schattenseiten des Subkontinents aufmerksam macht.

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Róbert Gáfrik: Der Kampf mit (dem) Gott in Döblins Epos Manas - 177

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Der Kampf mit (dem) Gott in Alfred Döblins Epos Manas von Róbert Gáfrik (Bratislava) Asien war eine wichtige Inspirationsquelle für Alfred Döblin. Besonders sein „chinesischer Roman“ Die drei Sprünge des Wang-lun aus dem Jahr 1915 gewann die Aufmerksamkeit der Literaturkritik. Mit indischer Thematik befasste sich Döblin zwölf Jahre später im Epos Manas. Sein Zeitgenosse Robert Musil schloss seine Besprechung von Döblins Epos mit der Bemerkung: Ich weiß nicht, welchen Einfluß dieses Buch gewinnen wird und ob es die Widerstände, die ihm zweifellos nicht erspart bleiben werden, überwinden kann. Deshalb möchte ich nicht austrompeten, daß da etwas geschaffen worden ist, das auf den Entwicklungsgang unserer Dichtung von großem Einfluß sein wird. Aber auch wenn ich es mir kühl überle- ge, traue ich mich, zu behaupten, daß dieses Werk von größtem Einfluß sein sollte!1 Musil hatte Recht, dass dieses Werk – trotz seiner unbestreitbaren literarischen Qualität – für seine geradezu revolutionäre Wiederbelebung der epischen Gattung bei den Lesern nicht ankommen würde. Die Literaturkritik ignorierte dieses Epos, und nicht mal Döblins Bewunderer wussten, wie sie mit Manas umgehen sollten. Döblin sowie Walter Muschg, der erste Herausgeber von Döblins Gesamtwerk, sahen die Ursache in der Oberflächlich- keit des literarischen Urteils in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Muschg sparte da- gegen nicht mit Lob: Wenn es heute überhaupt noch möglich ist, eine deutsche Dichtung hohen Ranges zur Geltung zu bringen, dann...

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