Show Less

Bilder Indiens in der deutschen Literatur

Series:

Edited By Manfred Durzak

Die Vorträge eines internationalen Symposiums, das unter dem Titel «Indien in den deutschsprachigen Literaturen – Wahrnehmungsperspektiven» im Herbst 2009 an der Deutschabteilung der Banaras Hindu University in Varanasi veranstaltet wurde, stehen im Mittelpunkt dieses Bandes. Gleichzeitig wurde das Themenspektrum durch eine Reihe von zusätzlichen Studien ergänzt, die zentrale Auseinandersetzungen deutscher Autoren mit der Kultur und Gegenwart Indiens aus interkultureller Perspektive behandeln. Das literarische Untersuchungsfeld reicht von Autoren der literarischen Tradition wie Alfred Döblin, Mircea Eliade oder Elias Canetti bis hin zu Autoren der Gegenwart wie Josef Winkler, Ilija Trojanow, Ulla Lenze oder Thorsten Becker. Deutschsprachige Literaturwissenschaftler kommen zu Wort, aber auch namhafte indische Kritiker und Philologen sind an dem Band beteiligt. Es entsteht solcherart ein vielperspektivisches Bild Indiens, das das reiche kulturelle Erbe Indiens registriert, aber durchaus auch auf die Schattenseiten des Subkontinents aufmerksam macht.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Annakutty Findeis: „Indien, mein Indien“. Rezeption der indischen Kultur in den Werken von Alice Boner - 201

Extract

Alice Boners Zeugnis von einem ästhetisch-spirituellen Weg in der Begegnung mit Indien von Annakutty V.K. Findeis (Mumbai/Bonn) Vorbemerkung Der Beitrag reflektiert einen Teil eines Forschungsprojekts, das ich seit einigen Jahren aufgenommen habe. Dabei widme ich mich besonders der Indienrezeption im Werk von Alice Boner (1889-1981). Es geht vor allem (neben den Indienwahrnehmungsperspekti- ven) auch um den ästhetischen Aspekt und dessen Erfahrungshintergrund1. Quellen meiner Untersuchungen sind hauptsächlich Alice Boners Tagebücher:2 Diese ver- mitteln uns Einsichten ihrer Indienwahrnehmung und Überlegungen, ihres Schaffens und Wirkens als Malerin und Kunstforscherin in Indien. Diese Tagebücher sind wegen der Per- spektive von Sprache und Kultur ebenso interessant. Alice Boner notiert manches auf Deutsch, aber manche ihrer Erlebnisse und Wahrnehmungen auf Englisch. Daher sind diese Aufzeichnungen neben den Studien und ihrem künstlerischen Werke in vielerlei Hinsicht interkulturelle Quellen. Anhand ausführlicher Zitate aus den Tagebüchern (Diaries) versuche ich in diesem Bei- trag, die bis jetzt im Westen kaum wahrgenommene Alice Boner möglichst direkt zu ver- mitteln. Ohne meine Interpretationsversuche in den Vordergrund zu stellen, lasse ich ihre Stimme hörbar werden und ihre Wahrnehmungsweise hervortreten. I. Kurzer biographischer Überblick Alice Boner stammt von wohlhabenden schweizerischen Eltern. Sie wurde 1889 in Legna- no, Italien, geboren. Von 1907-1911 studierte sie Kunst und Skulptur in Brüssel, München 1 Diese Untersuchung hat auch eine biografische Komponente: Ich hatte das Glück, Alice Boner in Varanasi (Banaras) in ihrem Haus am Ganges (Assi Ghat) kennenzulernen. An diesem Ort hat sie fast 42 Jahre...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.