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Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

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Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

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Anne Frank, Naomi Kirschbaum und Inge Deutschkron auf der Bühne: Über die Dramatisierungen jüdischer Mädchenschicksale zur Zeit des Nationalsozialismus und des Holocaust 163

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Gerhard Fischer (Sydney) Anne Frank, Naomi Kirschbaum und Inge Deutschkron auf der Bühne: Über die Drama- tisierungen jüdischer Mädchenschicksale zur Zeit des Nationalsozialismus und des Holocaust [Es kommt zuletzt weniger darauf an], eine plausible Ätiologie des Terrors zu entwerfen als endlich zu begreifen, was es heißt, zum Opfer bestimmt, ausgestoßen, verfolgt und ums Leben gebracht zu wer- den. (Sebald 2003, 152) I. Frances Goodrich und Albert Hackett: The Diary of Anne Frank (1955) Das Theaterstück von Frances Goodrich und Albert Hackett, The Diary of Anne Frank, das im Oktober 1955 am Broadway in New York Premiere hatte, das im selben Jahr in der Gattung Drama den Pulitzer-Preis gewann und in den folgen- den Spielzeiten auch auf vielen europäischen Bühnen zu sehen war, liefert ein frühes Paradigma für den Versuch, das Thema jüdische Kriegskindheit in Euro- pa als Biographie des Überlebens bzw. des Nicht-Überlebens von NS-Zeit und Holocaust im Erfahrungshorizont jüdischer Kinder und Jugendlicher für ein zeit- genössisches Theaterpublikum nachvollziehbar zu machen. Das bühnenwirk- same Stück entstand 1954-55 unter Mitarbeit von Annes Vater Otto Frank kurz nach dem Erscheinen der amerikanischen Ausgabe des Tagebuchs. Als Buch publiziert wurde es erst 1970.1 Das Autorenehepaar Albert Hackett und Frances Goodrich, das auf einen Vorschlag von Lilian Hellman hin vom Broadway-Pro- duzenten Kermit Bloomgarden mit der Dramatisierung der Vorlage beauftragt wurde, führte für diesen Auftrag intensive Recherchearbeiten durch: So reiste es 1 Neben der Bearbeitung...

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